Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Volume
- 1854
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 260 (sequence 282)
- Language
- German
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Natur zum Zeugen seines Glaubens anrufen! Nur der Israelit darf sagen: der Ruf, der aus den Tiefen der Natur hervortöut, er ist nur ein Echo meines Glaubens vom einigen Gott! Was mein Glaube mich lehrt, das finde ich in den Werken des Herrn wieder, das lehrt auch der Baum in seiner Pracht, die Sonne in ihrem Lichte, der Wurm in seinem Staube. Und so wie wir nun solche Zeugen unsers Glaubens überall finden, von der Himmel Ende zum Ende, so findet der Israelit überall Heimath und Ruhe. Der Israelit ist kein Bürger der Erde, er ist ein Bürger des Himmels. Des Israeliten Eigenthum und rechtes Vaterland liegt nicht in den Grenzen des Erdballs, sondern in den unermeßlichen Marken des Himmels. Werden ihm die Erde und ihre Rechte entrissen, so halt er sich an den Himmel, der ihm ewig verbleibet. Wollet ihr das erwiesen haben? Schlaget auf die Jahrbücher unsrer Geschichte. Abraham war ein Wanderer, Jakob ein Flüchtling, Joseph ein Fremdling. Trat Israel je auf dem Schauplatze der Völker als ein eroberndes, als ein kriegerisches Volk aus, das sich die Ehren und die Güter der Erde mit eherner Waffe errang, an dessen Sohlen Blut klebte und die Spuren unterdrückter Welttheile? Israel ist allein an seinen Glauben gewiesen, an nichts weiter, dies ist sein Beruf, und sonst hat es nichts! Und diesen Glauben an den einigen Gott findet es überall wieder, überall bestätigt, überall erinnert, überall erwiesen. Wie, meine Geliebten, ist denn der Mensch nicht stets ein Fremdling auf Erden? ist denn überhaupt seine Heimath hienieden? Aus einem unbekannten Geisterlande ist er gekommen, in ein unbekanntes Geisterland zieht er; die Stationen der Erde sind nur Reisestationen, sein Ziel liegt drüben. So sollen wir nicht an der Stanbesscholle kleben, sollen nicht an der Erde, an ihren Ehren und Gütern hangen, sollen nicht diese für das Werk und den Preis und den Lohn dieses Lebens erachten, sollen nicht allein und nur allein um diese ringen und streben, und die Tropfen Schweißes von unsrer Stirn um diese rinnen und die Gedanken des Geistes um