Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Volume
- 1854
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 258 (sequence 280)
- Language
- German
- Belongs to
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^258 Andern entgegen, nämlich euch, aber die Lieben,- denen ich angehöre, weilen in der Ferne. — Bin ich in de?'Heimath? bin ich in der Fremde? Fraget ihr euch nicht auch so, geliebte Zuhörer, wenn ihr euch zusammen hier erblicket? Und wenn die Erinnerung vor eure Seele tritt, die Erinnerung eurer Kindlein und Greise, eurer Gattinnen und Schwestern, die ihr zurückgelassen, von denen ihr euch getrennt, — die Erinnerung an die Stätten eures Eingangs und Ausgangs, die Erinnerung an den Ort, wo die Gräber eurer Eltern stehen, und wo ihr selbst euern Leib dem Staube zu übergeben gedenket — und wenn ihr dennoch hier stehet und weilet, und nicht rasch aneinander vorübereilet und auseinander, und im schnellen Treiben der Stunden einen Stillstand machet, und euch hier zusammenthut, wie Nachbarn und Bekannte und langjährige Freunde — bin ich in der Heimath? fraget auch ihr dann: bin ich in der Fremde? Meine Geliebten! Wollet ihr Antwort auf diese Frage? Eines weiß ich, das möcht' ich wohl euch sagen, eines, das mir Ruhe gibt und Muth und Ausdauer auch in der Fremde, eines, dessen Einfluß ihr schon oft gefühlt habt, auch wenn ihr's nicht wisset, dessen Einfluß ihr jetzt fühlet, ihr werdet es gleich wissen, es sagen es euch die Worte der heutigen Haphthora: 1 Kön. 8, V. 56, die Worte, über die ich zu euch sprechen will in Liebe und Erhebung: Gesegnet sei der Ewige, der Ruhe verlieh seinem Volke Israel! Sehet, dieweil ihr Israeliten seid, findet ihr überall Ruhe, überall eine Heimath, überall, was euch wie ein Gruß aus der Heimath dünket, daß ihr in der Fremde auch am heimischen Herde zu sein glaubt. — Wie? sprechen Viele, die diese Worte vernehmen — Ruhe dem Volke Israel? Ruhe dem Volke, das geschleudert aus seiner Väter Sitzen durch alle Zonen der Erde, das ausgegossen wie von zürnender Hand über die ganze Flur des Erdballs, so daß kaum Tropfen blieb