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Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin · 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 243

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Journal
Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
Volume
1854
Date
1854-01-01
Page
Seite 243 (sequence 265)
Language
German
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IRI
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243 dies groß oder gering sein, begnügt er sich mit seinem ganzen Loose, mag dies schwer oder leicht sein; dann isi er glücklich, dann kann er alles Glückes theilhaftig werden, dessen der Mensch fähig ist. Ueberbebt er sich aber dessen, erfüllt ihn die brennende Begier, höher und höher zu steigen, und, wie Iesaias sagt, Haus an Haus, Feld an Feld zu reihen, will er hinaus aus seinem Kreise und aus seinen Grenzen, und huldigt er der Eitelkeit, zu glänzen vor seinen Nächsten: was hilft ihm dann sein arbeitsvolles Leben? er verachtet, was er errungen; was ihm seine Mühen eingetragen, ist ihm zu gering. Was hilft ihm die Zahl seiner Lieben? in ihrem Kreise fühlt er sich unzufrieden, unbehaglich; die Stirn voll Falten, das Herz ohne Rast, fühlet er keinen Dank für die Gaben des Herrn, keine Freude für den Besitz seines Lebens. Wer ist reich? Der sich an seinem Th eile freut, rufen schon unsre Weisen aus. Nicht zu zählen ist das Glück, sondern zu empfinden. Wer ein großes Herz zu kleinem Theile mitbringt, wen der Dank gegen den Geber alles Guten selbst bei Geringem beseelt, wer mit dem Herzen siebt, und nicht mit den Augen: der ist reich, der besitzet die Fülle des Glückes, dem mangelt nichts, der wünscht nichts, der rühmt sich der Huld seines Gottes. Wir wissen selten, m. Fr., was wir besitzen, meist, was wir entbehren. Wenn Gesundheit in unfern Gliedern wohnt, wenn ein mäßiges Brod mäßiger Arbeit entfließt, o wie wissen wir so wenig, welche irdischen Glücksgüter wir hieran besitzen. Der Flitter und Flimmer verblendet unsre Augen, daß sie nur sehen, was außer unserm Kreise liegt.. So lasset uns lernen, m. Fr., den rechten Maßstab anlegen überall, lasset uns uns gewöhnen, das höher zu schätzen, was wir besitzen, als das, was Andre. Dies lehret uns dies Fest. Nach dem Segen, den der Herr dir ertheilet — und Alles ist Segen von ihm, was du hast — nach dem Besitzthum unsrer Hand sollen wir leben und wünschen und uns freuen und uns glücklich fühlen. <6

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