Mannheim
Compact Memory

Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin · 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 241

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
Volume
1854
Date
1854-01-01
Page
Seite 241 (sequence 263)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
98% known words query
IRI
…/7166791-9630800--1598-9623511
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

244 rechtes Glück wäre außen? Haft du dich müde gerungen, nicht in den Häusern des Weines, des Spieles und Scherzes, in deinem Hause findest du wahren Lohn und die wahrhafte Erquickung. Ist dir ein Glücksloos gefallen, unter den Deinen findest du wahre Freude. Hat dich ein Unglück betroffen, unter den Deinen findest du wahrhaften Trost. Da ist keine Verfolgung so bitter, keine Schmach so schmerzlich, kein Verlust so herbe, keine Aufopferung so hart, keine Sorge so schwer, keine Angst so drückend, die nicht leicht würden, wenn die Schultern der Deinen sie tragen helfen: findest du in ihren Augen nur noch den Blick der Liebe, vernimmst du von ihren Lippen nur noch das Wort der Achtung, dann wird dir das Urtheil der Menge gleichgültig, und die Bürde wird leicht, und dein Herz froh, und dein Busen mit Lust erfüllt: du weißt, für wen du strebest und lebest. Darum nur der, der sich heimisch fühlet in dem stillen Kreise des Hauses, den keine wirre, ungezügelte Begier hinauswirft in den wilden Strom des Lebens, wo so Viele untergehen, nur der ist wahrhaft glücklich, nur der hat Augenblicke, die ihn zum Himmel entzücken. Aber, m. Fr., nennt die Schrift blos dich und deine Gattin und deinen Sohn und deine Tochter? Nennet sie nicht auch deinen Diener und deine Magd? nicht auch den Levit und den Fremdling? nicht auch die Waise und die Witwe? Wer alles Glückes, das die Erde bietet, theilhaftig werden will, dessen Liebe muß weiter reichen, als blos über Sohn und Tochter, dessen Liebe muß auch über seine Mitmenschen, insbesondere aber über alle leidenden, unglücklichen, bedürftigen Mitmenschen sich erstrecken. Israeliten, ruft euch doch die heilige Schrift zu: wäret ihr nicht auch Knechte in Mizraim? wäret ihr nicht auch Fremdlinge in Aegypten? Und wie, ihr Menschen, seid ihr nicht Alle Knechte Gottes, und bedürfet seiner Barmherzigkeit? seid ihr nicht Alle Fremdlinge hier aus Erden, und eure Heimath ist fern? und die Gattin, die du zu deiner 16

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.