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Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin · 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 239

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Journal
Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
Volume
1854
Date
1854-01-01
Page
Seite 239 (sequence 261)
Language
German
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IRI
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239 nicht vorenthalten! Bedenket ferner, daß jegliche Arbeit zu Ende geht, daß, was begonnen wird, auch vollendet werden kann, und daß die Stunde der Erholung und des Genusses desto süßer ist, je mühevoller die Arbeit gewesen. Bedenket endlich, wie ohne diese Thätigkeit, wie, wenn ihr die Hände müßig in den Schooß legen könntet, wie eintönig und farblos das Leben dann sein würde. Was ist das Gefolge des Müßigganges? Thorheit, Ueberdruß, Armuth und Schande! Was ist das Gefolge der Thätigkeit und des Fleißes? Zufriedenheit, Erfahrung, Lebenslust und Ehre! Sehet, wenn ihr zurückkehrt von der Arbeit des Tages nach euern Wohnungen, wenn das Werk des Tages geschlossen ist, und ihr eingeht in den Kreis der Eurigen, wenn ihr überdenket den redlichen Vortheil und Gewinn, den Nutzen und Segen des vollbrachten Tages, wenn ihr euch niederlasset, die Anstrengung des Tages abzuwerfen von euch, und die stille Stunde der Nacht mit ihren erquickenden Schatten über die Erde ziehet: dann fühlet ihr den Werh eines thätigen Lebens, dann fühlet ihr, daß das wahre Glück des Menschen nur in einem arbeitsvollen Leben bestehet, und daß außerhalb dieses die fade Trägheit nur Unlust, Ueberdruß, Leerheit und ihre Gesellen Laster, Völlerei und Ausschweifung gebäret. Wohl dem Menschen, dem der Herr sein Loos an Werk und Arbeit beschieden, ihm hat er das wahre Glück in die Hand und in die Arme gelegt! Freilich! wenn erst das Alter den Rücken gekrümmt und die Hände zitternd gemacht — dann freilich ist dem alten Menschen Ruhe des Abends zu wünschen, und daß die Last des Tages sich nicht mehr zu der Last des Lebens geselle — aber in der Frische des Lebens, ihr Jünglinge und Männer, wenn das Mark noch wuchert in den Gebeinen, und die Sehnen voller Kraft sich strecken, muß der Mensch willig und freudig nach dem Werke seines Lebens greifen, sei dies, was es wolle, muß nicht zurückweichen vor den Hindernissen und Beschwerden, die es bietet, und muß nicht warten, bis die gebieterische Nothwendigkeit, bis die

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