Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Volume
- 1854
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 233 (sequence 255)
- Language
- German
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233 ist denn dieses Wotmen in Laubhütten, meine Freunde, ein Sinnbild des menschlichen Erdenlebens. Nein! diese Erde ist kein ewiger Wolmplatz für uns, nicht für und für wandelt unsre unsterbliche Seele auf diesem Erdenrund, sondern wenn diese Hülle zurückgekehrt ist, von wannen sie gekommen, dann kehrt auch der Geist dabin zurück, von wannen er gekommen! Wie wir in diese Hütten, diese wandelbaren, von jedem Sturmwinde bedrohten, leicht zerstörten Hütten einkebren und wobnen auf wenige Tage: so kehrt auch unsre Seele nur auf kurze Zeit, auf gezahlte Tage, in diese morsche, von jedem Sturme des Lebens bedrohte, leicht zerfallende Hülle ans Staub ein, und wohnet darin gezahlte Tage. Und dann verlassen wir die Hütten und kommen wieder zu unfern beständigen Wohnungen: und so gehet auch unsre Seele von dannen, und gelangt zu den himmlischen Wohnungen, in denen sie ewig weilet. Aber dieser Gedanke, meine Brüder und Schwestern, daß das irdische Leben nur eine Wallfahrt: er darf uns nicht schrecken, er darf uns nicht Gram und Kummer in's Herz werfen — nein! wie wir in den Laubhütten wohnen sollen mit einer Freude am Herrn, so muß jener Gedanke uns auch erfreuen mit einer Freude am Herrn. Freuet euch des irdischen Daseins und seines Anfangs — denn wir sind hervorgegangen aus der Hand des allgütigen Schöpfers, der nur Gutes will, und uns zu Gutem bestimmt; freuet euch des irdischen Daseins und seines Endes — denn wir gehen zu ihm, zu unserm Vater, der unsre Seelen führen will durch die Pforten des Todes in das Reich der himmlischen Seligkeit; freuet euch des irdischen Daseins und seiner Dauer — denn er hat uns mitgegeben schöne Gaben des Körpers, schöne Gaben des Herzens, schöne Gaben des Verstandes, und wir können sie genießen in Anmuth, können sie an wenden in Unschuld, können uns ihrer freuen in Demuth, und können durch sie tragen die Lasten des Lebens in Stärke! Und ernten wir nicht mehr, wie unsre Vorfahren, so können wir doch säen