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Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin · 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 232

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Journal
Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
Volume
1854
Date
1854-01-01
Page
Seite 232 (sequence 254)
Language
German
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232 nicht grämen, und darf nicht weinen, und nicht tragen den Schmerz verborgen in den Falten des Herzens — denn vorüber sind die Tage der Buße, versöhnt sind wir durch den Tag der Versöhnung, und wir feiern ein Fest des Herrn, das Laubhüttenfest. Und darum nahmen wir in die Hand die Hadarfrucht — die Anmuth, die Myrthe — die Unschuld, die Weide — die Demuth, und den Palmzweig — die religiöse Stärke und Erhabenheit — und die Anmuth ist das Herz der Religion, und die Unschuld ist das Auge der Religion, und die Demuth der Mund der Religion, und das Erhabene das Gerüste der Religion, ohne das sie zusammensinkt wie ein stützloses Gebäu! Und dies hat der fromme Rabbi gewußt, und darum jene Vergleichung getroffen. V. Ist es uns nun deutlich geworden, warum wir den Strauß binden und tragen am Laubhüttenfeste, ist es uns deutlich geworden, daß er uns die Sinnbilder dessen darstellt, was die Religion uns einflößen will, Anmuth und Unschuld, Demuth und Stärke: so fragen wir uns endlich, was bedeutet uns in gegenwärtiger Zeit das Gebot, sieben Tage in grünen Lauben zu wohnen? Denn zwar lehrt uns die heilige Schrift: damit eure Nachkommen wissen, wie ich in Hütten habe wohnen lassen die Kinder Israels, als ich sie aus Aegypten führte (3. B. Mos. 23, 43). — dennoch wissen wir, und suchen wir auch in dieser Anordnung noch einen andern Sinn, eine Bedeutung, eindringlicher für unser gegenwärtiges Leben. Das Wort N21O führt uns darauf. Im Talmud wird es gleichbedeutend mit gebraucht, und es heißt von beiden: es ist keine feste Sache, keine bleibende Wohnung, sondern, wie wir in Vajiirrn Rudbu lesen im siebenten Abschnitt, eine Einkehr, worin wir verweilen eine kurze Zeit, um dann wieder von dannen zu ziehen. Und so

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