Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Volume
- 1854
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 230 (sequence 252)
- Language
- German
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230 Lippen; und wie durch den Mund sich ausspricht der Gedanke der Seele, und in Worten sich kund thut das Innerste unsers Gemüthes, so spreche sich auch aus durch unsere Thaten die Demnth unsers Herzens, und thue sich kund unsere Meinung durch Demutb und Bescheidenheit. Wir wollen uns nicht erheben, und nicht stolz sein ans unsern Reichthum, nicht stolz auf unser Wissen und unsere Gelehrsamkeit, nicht stolz auf unsere Gntthaten, nicht stolz aus unsere Frömmigkeit, denn die Gaben des Vermögens, des Geistes und des Herzens kommen alle von ihm, dem himmlischen Geber, und find nichts vor ihm, und gleichen ihm wenig. Darum präget euch ein jenen herrlichen Spruch eines unserer Väter: Sei sehr, sehr demüthigen Geistes, denn das Ziel des Menschen ist bei den Würmern! (kirke 4.) — Und dies merket ihr euch vor Allen, ihr Jünglinge und Jungfrauen, ihr Knaben und Mägdlein, denn wenn ibr nicht seid demüthig und bescheiden, dann wird eure Anmuth häßlich, und eure Unschuld ist leerer Schein, ihr macht euch gehässig allen Menschen, man nennt euch vorwitzig und unklug, denn man vermisset bald an euch die Demutb! IV. Und der Rabbi endigt: der Palmzweig entspricht dem Gerüste des menschlichen Körpers. — Das Beingerüfte des Körpers gibt diesem, meine Freunde, die Stärke und die aufrechte, erhabene Stellung, diesen Vorzug des Menschen vor dem Körper des Thieres. Um dieses Beingerüste legen sich die weichen Theile, und sind daran befestigt, und nun steht der Mensch da, mit dem Antlitz zum Himmel gerichtet, und kann starke und große Lasten tragen, und sinkt nicht zusammen zu einem ungeordneten Haufen. Und eben so raget der Palmzweig über die Myrthe und die Weide und die Hadarfrucht, und die Myrthe und die Weide sind an den Palmzweig befestigt, und der