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Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin · 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 219

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Journal
Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
Volume
1854
Date
1854-01-01
Page
Seite 219 (sequence 241)
Language
German
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219 Ninive, der großen Stadt, in der mehr denn Hunderl und . zwanzigtausend Menschen, die nicht zu unterscheiden wissen Rechtes und Linkes, und viel Gethier?^ (K. i, L. 10 u. I I.) Dies ist die große Erkenntniß, zu der der Fromme gelanget, am Ende seines Lebens, bevor er Abschied nimmt vom Schauplätze des Staubes. Welch hohes, erhabenes Sinnbild! Ein Wunderbanm, der hinanfsteigt in einem Tage, blühet, seine Zweige beschattend und zur Freude ansbreitet, und am andern Tage, von dem Wurme gestochen, sein Haupt sinken, seine Blät- . ter verfallen läßt! Wie könnte treffender dargeftellt werden die große, Alles erklärende, Alles anfhellende Lehre, die ans dem Leben des Sünders wie des Frommen hervorfließt — Die Vergänglichkeit des Staubes! Der Mensch entsteht, der Mensch lebt, der Mensch stirbt, — ohne sein eigenes Verdienst, ohne seinen Willen. Also des Schöpfers ist er. Wozu aber bat er den Menschen werden lassen? daß er ewig auf der Erde weile? Nein! ein Sohn der Zeit, zwischen Tag und Nacht geboren, zwischen Tag und ' Nacht sterbend. Und weil der Mensch vergänglich sein sollte, darum muß alles Irdische vergänglich und veränderlich sein, darum darf nichts feststehen auf dieser Erde, darum mußte er ein Staubgewand umtbun, und mit ihm alle Sündhaftigkeit und Leidenschaftlichkeit. Weil der Mensch vergänglich sein sollte, darum mußte dieses Leben nur ein Bruchstück sein, dessen Vollendung der Welt der Ewigkeit aufbewahrt blieb, darum mußte dem Sünder Zeit zur Buße, dem Frommen Zeit zur Entwickelung und Vervollkomnnng bleiben, darum mußte nicht Strafe, nicht Lohn abgetragen, sondern ungleich vertheilt werden. Weil der Mensch vergänglich sein sollte, darum mußte der Herr seine unendliche Barmherzigkeit über den Menschen ausgebreitet halten und in seinem Mitleiden mit dem kümmerlichen Staube, mit der gebrechlichen Lehmhütte, den reuigen Sünder gern wieder annehmen! — Ihr Alle also, die ihr leidet und klagt, die ihr eure Gebrechen aufzeigt und fragt,

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