Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Volume
- 1854
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 218 (sequence 240)
- Language
- German
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218 und es entrüstete ihn, aber er betete zum Ewigen. (Kap. L, V. > n. L.) Dies, meine Brüder, dies ist das Werk des Frommen in der Verwirrung des Lebens! Nicht dem Beispiel folgt er, das sich lockend ihm bietet, nicht dem Unglauben wirft er sich in die Arme, und dem Laster, so dunkel es auch vor seinen Augen, sondern in dem Grame seines Busens flehet er zum Ewigen: Leite mich in der Versuchung zurecht, schaffe mir Licht, wenn meine Augen erblöden! Denn das weiß ich, das halte ich fest, „daß du ein gnädiger und barmherziger Gott bist, langmüthig und von unendlicher Huld." (V. ä.) „Und Jona ging hinaus aus der Stadt, er setzte sich zur Morgenseite der Stadt, er machte sich daselbst eine Hütte, und wohnte unter ihr im Schatten, bis er sehe, was in der Stadt geschehe." (5.) In dem Ueberdruß an der Menschenwelt, in Zurückgezogenheit, in Einsamkeit verbringt der Fromme seine Tage, nur den einen großen Gedanken hegt er in seiner Brust: Herr was lassest du geschehen in deiner Welt? Wohindnrch willst du sie führen? Zu welchem Ziele? III. So sehet denn zuletzt den Frommen in der Erken ntniß. Als Jona murrete, und sich zurückzog, und den Tod seiner Seele ersehnte — da ließ der Ewige aufsteigen einen Kikaion, d. i. Elcherva, einen Wunderbaum, der über Jona's Haupt emporstieg, ihm zum Schatten zu sein, und zur großen Freude. Der Herr aber bestellte einen Wurm, der den Wunderbaum stach, daß er verdorrte, und den schwülen Ostwind, daß die Sonne ans Jona's Haupt brannte, und er den Tod forderte für seine Seele. „Da sprach der Ewige: du hast Mitleid mit dem Kikaion, an dem du dich nicht mühtest, und den du nicht großgezogen, der in einer Nacht ward, und in einer Nacht verging — und ich soll nicht Mitleid haben mit