Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Volume
- 1854
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 140 (sequence 162)
- Language
- German
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140 ewiglich!-Meine Brüder, das ist das Wort, was ich euch heute zu predigen habe, nachdem wir diese Tage mit Fasten und Beten den Trauertag der Zerstörung Jerusalems gefeiert. Obschon Gras verdorrt, Blume welkt, alles Fleisch Gras ist, und die Völker Tropfen am Eimer, Stäubchen, die verfliegen: Dich, Israel, verläßt er nicht, verderbt er nicht — denn so sprach er, und sein Wort besteht ewiglich. Wenn er dich nun herausgezogen aus deinem Lande, wie er dir ebenfalls verkündet hatte, dich zerstreuet über die Erde, dich Druck und Schmach erleiden ließ durch Jahrtausende, so sollst du dich trösten mit seinem Worte: Er verläßt dich nicht und verderbt dich nicht! — Hiermit sollen wir uns trösten. Aber ist dies genug? stellt uns dies ganz zufrieden? Wenn der Tod an Einen der Deinigen getreten ist, und mit seiner unabwendbaren Hand einen deiner Geliebten, deinen Vater oder deinen Sohn, deine Gattin oder deine Schwester aus deinen Armen riß, daß du den Körper, den du so oft an deine Brust gedrückt, nunmehr erstarrt bergen mußtest in das kalte, dumpfe, einsame Grab — ist es da genug, wenn ich dir sage: Der Staub kehret zum Staube zurück, von dem er genommen, der Geist aber kehret zu Gott zurück, der ihn gegeben? — Ja, hiermit sollst du dich trösten, aber wie? wie bringe ich diesen Trost in die verschlossenen Kammern deines Herzens, wie diesen Thau in den vom Schmerz zusammengezogenen Blüthenkelch deines Gemüthes? — Und wenn das ehemalige Glück Jsrael's, die ehemalige Freiheit, der ehemalige Gottesdienst, die ehemalige Ehre längst zu Grabe getragen worden, wie eine todte Gattin oder Schwester — und ich wiederhole euch das Wort Gottes: Er verläßt uns nicht und verderbt uns nicht — so ist dies nicht genug, es bedarf noch eines Mehreren, wir fragen nach dem Wege, auf welchem dieser Trost des Herrn in unsere Seele komme. — Israeliten, wir haben ein Erbtheil, köstlicher als jenes gelobte Land, und das nicht wie ein Stäubchen verfliegt;