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Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin · 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 132

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Journal
Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
Volume
1854
Date
1854-01-01
Page
Seite 132 (sequence 154)
Language
German
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132 Ende: neu ist sie alle Morgen, und groß ist deine Treue. Der unendlichen Gnade des Herrn verdanken wir, daß Israel nicht vernichtet ist, jener Gnade, jener Barmherzigkeit, die nimmer zu Ende gebt, sondern neu ist jeglichen Morgen. Wenn die Sonne auch untergebt, das Licht sich verliert, dichte Finsterniß beraunleigt, und die Nacht ausbreitet ihre Schleier über die Erde und unsre Augen — glänzen doch selbst in der Nacht noch die Sterne — aber am Morgen erbebt sich die Welt von ibrem Lager, und die Feuerstrahlen der Morgenrötbe verkünden, daß die Barmherzigkeit des Höchsten wieder neu geworden. Meine Freunde! so hat Alles, was auf Erden ist, seine Tage, wo nach dem Hellen Mittag kommet die Dämmerung des Abends, die Finsterniß der Nacht, aber einmal wieder nach ibr der Aufgang des neuen Lichtes, ein freundlicher Morgen, Zeuge der unverlorenen Barmherzigkeit des Höchsten. Denn nichts ist beständig. Alles im Wechsel. Was oben ist, sinkt; was unten, steigt. Du schreitest nicht zweimal in dieselbe Welle hinein. Das ist der Trost des Irdischen. Denn der Wechsel führt zur Vollendung, der ewigen Beständigkeit. — So lasser uns heute betrachten, andächtige Zuhörer, welche die Tage Israels waren; lasset uns heute Israel s Tage und Nächte, Abende und Morgen überschauen, wo das Licht schwand und wo es wieder erschien, und neu ward die Barmherzigkeit des Herrn, die nimmer zu Ende gebt. An welchem andern Tage könnte dies passender geschehen? Heute knüpfen sich Gegenwart und Vergangenheit fester zusammen, heute trauern wir, weil wir ehedem litten, beute ist Nacht, weil ehedem Nacht ward — oder ständen wir schon am Aufgange eines neuen Morgens? I. — Ich will Dich machen zu einem großen Volke. (1. B. Mos. K. 12, V. 2.) Das war der

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