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Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin · 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 131

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
Volume
1854
Date
1854-01-01
Page
Seite 131 (sequence 153)
Language
German
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IRI
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131 daß die Stäubchen weithin verfliegen: so streckte der eherne Römer den Arm aus, und ergriff Israel, und streuete es über die ganze Erde; und mit dem Schwerte, womit er die Erde bezwungen, hieb er die Wurzel ab und die Krone, daß nur der Stamm und laublose Neste verblieben, die er niederwarf in Staub und Asche — denn da sank der Tempel, und Zion, und Jerusalem, und die Freiheit des Volkes, und der Dienst des Herrn, und das Recht, zu leben ungekränkt, ungeschmälert, unbeschimpft in den Ehren des Bürgers. Da ward Israel abermals in die Wüste geführt, nämlich in die Wüste der Knechtschaft, zu wandern darin nicht der Jahre vierzig, sondern Tausende, zu empfangen darin nicht das Gesetz des Herrn, sondern das Gesetz des harten Siegers, zu verzehren darin nicht das süße Brod des Himmels (Manna), sondern das bittre, bittre der Bedrückung, des Elends. Da war kein Mose, der die Bitterquelle in eine süße verwandelte, der das Wasser den Dürstenden aus dem Felsen schlug, und sie trocknen Fußes durch das rothe Meer des blutigen Verhängnisses führen konnte — ja, die einst gestanden auf dem Berge des Herrn, sie standen nun in den untersten Tiefen der Menschheit! Und so ziemet es uns heute, andächtige Gottesgemeinde, zu fasten und zu trauern: denn noch stehen wir an dem Fuße der Höhe, von der wir heruntergefallen, und unsre Wunde ist noch so groß wie das Meer, und unsrem Schmerze gleichet keiner. Und nur Eines ziemet uns in unsrer heutigen Trauer zu bedenken, das Eine, daß wir noch sind, daß, so tief auch die Wunde traf, sie dennoch das Leben nicht traf, daß wir in dem Froste des Unglücks nicht ermüdeten, nicht einschliefen, erstarrten und aufhörten zu sein. Darüber spricht unser Prophet Folgendes: (3, 22. 23.) -.IM") 87 ^2 M7) 8'- ^2 'N Gnade des Herrn ist's, daß wir nicht vernichtet sind; denn seine Barmherzigkeit ist nicht zu d*

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