Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Volume
- 1854
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 104 (sequence 126)
- Language
- German
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10L Nu verfinstert, NM MM Siehe das ist ein Haschen nach Wind! Und hast du es wirklich erreicht, bleibt deine errungene Habe bei dir als ein treuer Knecht während aller deiner Tage, stehe am Ende derselben bist du dennoch ein Thor gewesen: in die dunkle Erde wird dein Leib gesenkt, in die Himmelsräume deine Seele gehoben, aber der Haufen des schimmerndes Goldes, an dem deine Tbränen und deine Schweißtropfen kleben, an dem deine Seufzer und deine Sorgen, deine Aengfte und deine Mühe bangen — er bleibt zurück auf der Erde, und du hast ihn nicht. So ist das Vertrauen auf die äußeren Güter nicht die wahre Besonnenheit. IV. Was ist aber denn die wahre Besonnenheit? — nicht auf die Menschenwelt, nicht auf das Herz, nicht auf die irdischen Güter soll ich vertrauen — wie wandte ich denn besonnen? Da der Prophet alle diese Worte gesprochen, hob er die Hände empor und flehte: heile mich, Herr, daß ich heil werde! 'N Und also, geliebte Brüder und Schwestern, wollen wir nachbeten: denn hierin beruhet die wahre Besonnenheit. Aufwärts soll der Weg des Menschen gehen, wie er einherschreitet, das Antlitz zum Himmel gehoben, so soll er auch seinen Geist dahin gewendet haben, wir sollen heil werden! Alle Wunden, die im Treiben der Menschenwelt unsre Seele erhielt, alle Wunden des Herzens, alle Wunden, die der Kampf um die irdischen Güter uns schlug, alle Wunden der Sünde, alle Wunden des Lasters, alle Wunden des Mißgeschicks, sie alle sollen heil werden; alle Krankheiten der Seele, alle Ohnmächten des Geistes, alle Giftstoffe des Gemüthes sollen heil werden. Wir sollen heil werden, d. h. wir sollen heilig werden; wir sollen uns vervollkommenen; wir sollen über die Erde wandeln mit dem Blicke nach dem Jenseits, durch die Tage des Lebens mit dem Bestreben, an jedem Tage im Guten, in der Frömmigkeit, in