Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Volume
- 1854
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 64 (sequence 86)
- Language
- German
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St schlummerte. 181, ^!2N3 Die da mandeln in Finsterniß, spricht Iesaias (9, 1), sie sehen ein großes Licht, M die da wohnen im Lande der Todesnacht, strahlendes Licht geht über ihnen auf. — II. Haben wir aber nun, geliebte Zuhörer, nicht bloß aus den Worten des Textes erfahren, sondern aus uns -selbst, aus unserm wirklichen und geistigen Leben anerkannt, daß der Herr selbst walte in unserm Innern, daß er in bedeutsamen Momenten, um unser Schicksal zu lenken, unmittelbar eingreife in unser Inneres, daß es ein Heiligthum gebe in unserm Geiste, das nicht unser selbst, sondern Gottes ist, über das nicht wir, sondern Gott die Macht hat — lasset uns Nachsehen, welchen verschiedenen und mannichfaltigen Eindruck das auf uns machen muß. Im ersten Augenblick, meine Freunde, wo mit einem Male das Unbekannte, Unerhörte, Unbewußte uns trifft: Gott ist in dir! da, wo dein Herz klopft in mannigfacher Bewegung, das Herz von Fleisch, da ist auch Gott! — wir können es nicht leugnen, wir erschrecken. Wir glaubten uns so allein hier drinnen, hier, wo wir Alles mit unserm eignen Ich ungehört zu überlegen glaubten, unsre Sorgen, Pläne, Hoffnungen, Wünsche unbelauscht zu hegen meinten, da drin ist Gott — wir erschrecken! Mehr noch als der Gedanke: Gott über uns stehet Alles, ergreift uns die Vorstellung: Gott in dir, ist gegenwärtig, und schauet dem zu, was in dir vorgeht. Herr, in deiner unendlichen Heiligkeit, wie werde ich vor dir bestehen, ich der Unreine; du warst dabei, wie ich Falsches sann, wie ich Listiges erdachte, wie ich Sündiges vorbereitete! — Und in diesem allgemeinen Erschrecken zugleich welche neue Furcht vor der Sünde! Wie, wenn der Richter uns bei der That ertappt, wie, wenn der, dem die Bestrafung,