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Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin · 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 63

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Journal
Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
Volume
1854
Date
1854-01-01
Page
Seite 63 (sequence 85)
Language
German
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63 ihnen, wenn sein höheres Bewußtsein, sein Gewissen längst untergegangen ist in seinem Sündengewebe, sein Gefühl längst abgestumpft, seine Ansichten längst vom Gifte der Irrung getränkt sind — stehe! plötzlich, wie aus wolkenlosem Himmel ein Wetterstrahl, wird es wach in ihm, die Pforten seines Herzens springen auf, die Reue zieht ein, die Buße nimmt Platz, er ist herausgeschleudert aus der Burg der Unempfindlichkeit, und die eben von wilder Leidenschaft noch glühenden Augen wenden sich reuig und zerknirscht gen Himmel. — Oder, wenn mein Herz gehüllt ist in die schwarzen Flöre der Trauer, wenn es den Kelch der Trostlosigkeit bis zur Hefe geleert, wenn seine Kraft und sein Muth gebrochen ist, wie die Eiche vom Sturme: von wannen kommt plötzlich das Gefühl der Erhebung, was richtet mit einem Male mich auf wie mit zauberischer Gewalt, als wenn eine neue Kraft sich durch meine Gebeine ergösse, daß ich ausschaue, und fast mit Trotz meinen Weg fortwandle, wie ein erquickter Waller? — — Diese Räthsel unser selbst für uns selbst, sehet, m. Fr., sie sind uns gelöst. — Der Herr des Weltalls, unser Schöpfer, unser Vater, er greifet in unser Herz, in unfern Geist unmittelbar, und sein unsichtbarer Finger wecket in uns, was wir bedürfen, den sichern Entschluß im Schwankenden, Unschlüssigen, den erhellenden Gedanken im Zweifelnden, das Gefühl der Reue im verstockten Sünder, die Trosteskraft im Trostlosen, den Rettungsgedanken im Rettungslosen! In früheren Zeiten, bei Völkern, zu denen keine Erkenntniß gekommen, da griff man zu den Sternen, die selbst leblos sind und geführt werden, und sprach: dort oben die Glänzenden lenken unser Geschick, und geben uns Gedanken ein — oder zu wesenlosen Geistern und Dämonen, die nie existirten, und sprach: ein Geist hat mich überkommen und hat sich in meinem Innern ansässig gemacht — wir aber im Lichte des Herrn, uns lehrt es die heilige Offenbarung, der Herr ist es, der Geber des Geistes, der in deinem Geiste waltet, der in die Tiefe deiner Seele greift, und hervorruft, was verborgen

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