Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Volume
- 1854
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite XIV (sequence 16)
- Language
- German
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XIV nicht dieser Gemeinde und Zeit— sondern einer großen Vergangenheit und Zukunft! Er muß endlich den größten Scharfsinn in der Anwendung der einfachsten und dabei doch fördernden Methoden entwickeln; er muß stets das Unwichtige vom Wichtigen zu trennen verstehen, und unangemessenen Forderungen mit eiserner Stirn gegenübersteben.*) Verwende keine Zeit auf Dinge, wo sie verschwendet ist eine Regel, die freilich der jüdische Religionslehrer sehr oft nicht anwenden darf! — Ich habe daber die dahin zielenden Aufsätze des „Magazins" bier wiedergegeben, aber das größte Material mußte bei Seite gelegt werden, da es in Rezensionen und Berichten niedergelegt war, welche hier nicht wieder zum Abdruck kommen konnten. Daß der Jude überhaupt, der jüdische Lehrer insonders, die politische, literarische und Religionsgeschichte seines Stammes und Glaubens genau kennen sollte, daß ohne solche Kenntniß ihm auch die Gegenwart, ja auch das Ewig-Unwandelbare in seinem Bekenntniß nicht gut zum Verständniß kommen wird, braucht nicht mit Vielem auseinandergesetzt zu werden. Es war deshalb, daß das „Magazin" in dem je Lten Hefte geschichtliche Abhandlungen brachte. Dem Zwecke gemäß waren diese weniger gelehrte Untersuchungen, als die Resultate solcher; sie sollten dem großen Kreise Derer dienen, welchen der gelehrte Apparat und die sorgfältige Kritik der Details die Arbeit ungenießbar machen. Andrerseits sollten sie gerade Gegenstände betreffen, die nicht Jedem zugänglich *) So verlangen jetzt in der Regel die Eltern von der Religionsschule, daß ibre Kinder, die das ganze Iabr kein Gebetbuch in Haus und Synagoge in die Hand bekommen, in dem weitläufigen und verworrenen Gebetritual, wo z. B. das einfache Abendgebet aus i—6 getrennten Stücken besteht, heimisch seien — was, wo keine Uebung binzutritt, rein unmöglich ist.