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Israelitischer Jugendfreund · 1905-01-01 · 23-24 (1905) · p. Seite 376

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
11 (1905) Jung Israel
Issue
23-24 (1905)
Date
1905-01-01
Page
Seite 376 (sequence 28)
Language
German
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376 JUNG ISRAEL Kindesliebe. Ter kleine siebenjährige Karl hatte die ganze Nacht kein Auge zugemacht, denn der nächste Tag war für ihn und seine ganze Klasse ein Festtag erster Ordnung. Maisest! Wie sollte man da auch schlafen können mit einem ganzen Herzen voll Vorgefühl und Erwartung, voll Freude und Lust. Hurrah, das sollte ein lustiger, vergnügter Tag werden! Auch die längste Nacht weicht dem jungen Tage. Wie Hell die Sonne heute schien, als wenn auch die Natur ihr Teil beitragen wollte zum Gelingen des Festes. Nur noch eine kurze Stunde — bann heißt's das Bündel geschnürt und nur nichts vergessen von all den tausend Sachen, die eine sorgsame Mutterhand schon am Abend vorher in Bereitschaft gelegt. Was wird Mütterchens für Augen machen, denkt Karl, wenn sie an mein Bett konnnt, um mich zu wecken und ich ihr frisch und neunter schon entgegenspringe! Langsam rückt der Zeiger der Uhr vorwärts. Wo Mütterchen nur so lange bleibt? Länger hält es den kleinen Jungen nicht in seinen! Zinnner. Aus den Futzspitzen schleicht er zur Zimmertür, hinter der seine Eltern schlafen und horcht und horcht. Kein Ton, kein Laut. Nun. da muß er halt selbst für sich sorgen und sein Bündelchen packen. Doch da plötzlich durchzuckt ihn ein lähinender Schrecken. Seine Sachen sind da drinnen im Zinnner, und noch immer dringt kein Geräusch heraus zu ihm, der bebenden Herzens, Tränen in den Augen, so sehnsüchtig aus sein Mütterchen wartet. Und schon wieder sind fünf kostbare Minuten unwiderbringlich verloren. Doch das ist zuviel für den kleinen Jugen. Länger hält er nicht an sich. Schon erhebt er seine kleine, bebende Hand gegen die Türe, um Lärm zu schlageu, — er kann doch sein Maisest nicht im Stiche lassen — aber ermattet sinkt die Hand hinab. Nein, um

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