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Israelitischer Jugendfreund · 1905-01-01 · 22 (1905) · p. Seite 346

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
11 (1905) Jung Israel
Issue
22 (1905)
Date
1905-01-01
Page
Seite 346 (sequence 14)
Language
German
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346 JUNO ISRAEL Die Wunder des Nichts* Ein Chanuka-Waldmärchen von Jacob Levy. An einer Landstraße, die sich durch einen großen Wald zog, lag, stundenweit vom nächsten Dorfe entfernt, ein stattliches Gasthaus. Dessen Besitzer, Rüben Müller, war ein braver m\b vermögender Mann. Er hatte auch einen Getreidehandel, der ihn tagsüber von Hause entfernt hielt, die Wirtschaft besorgte seine fleißige Frau, die von den. beiden ältesten Kindern schon süchtig unterstützt wurde. Und Müllers hatten sieben Kinder, das älteste, die Rebekka, war vierzehn Jahre alt, der Joseph zwölf, und die andern, die Kleinen, konnten noch nicht arbeiten. Die Kinderchen hätten aber auch keine Zeit dazu gehabt, es war inr Wald zu schön. Allerdings mußten drei von ihnen die Schule besuchen und hatten eine gute Stunde Wegs nach Korndorf. Wenn aber die Schulaufgaben gemacht waren, dann ging's in's Freie. Im Sommer spielten sie unter Lachen und Jubeln auf dem moostgen Boden unter den grünen Bäumen, horchten dem Gesang der Vögel und freuten sich über die flinken Eichhörnchen. Sie wußten, wo die schönsten Erdbeeren und Haselnüsse wuchsen; im Herbst pflückten sie nn Garten das herrliche Obst von den Bäumen und fuhren mit dem Wagen auf die Felder, wenn die köstliche Gottesgabe, das Korn, eingebracht wurde. Und im Winter war's fast noch schöner. Wenn die Bäume im Winterschmuck weiß da standen, in der Sonne in tausenden Farben funkelten, dann nmchten sie Schneenlänner und liefen Schlittschuh. Dann kamen sie mit roten Bäckchen und kalten Fingern nach Hause und am warmen Ofen schmeckten ihnen die gebrüteten Aepfel vorzüglich. So verging die Zeit in Lernen und Spielen, und es war ein lustiges Leben im Hause, die Kinder lärmten und waren wild. Sie machten sogar bisweilen dumme Streiche, so daß der Rohrstock Ordnung schaffen mußte. Rebekka war jetzt achtzehn Jahre alt und ein großes Mädchen, das der Mutter tüchtig zur Hand ging. In Haus und Hof, in Küche

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