Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 11 (1905) Jung Israel
- Issue
- 22 (1905)
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 337 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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EIN GANG DURCH DIE RUINEN JERUSALEMS. Nach einer Hagada im Talmud Makkoth 23a. Das Auge zuckt, es will die Schmach nicht schauen, Es sucht umsonst der Fuss den sichern Steg, Und rings umnachtet uns des Todes Grauen, Als ging durch Leichenacker unser Weg. Wo ist dein Prangen hin, wohin dein Prunken? Gib Antwort, Zion! Ach, wie still und stumm! Wie eine Tote bist du hingesunken, Die Winde heulen rings um dich herum! Zwei Freunde sind’s, sie möchten ohne Ende Die dumpfen Klagen senden himmelwärts: Verzweifelt ringet Josua die Hände, Zur Seite ihm Akiba, stumm vor Schmerz. Hier war es, wo auch sie mit ihrem Volke Sich mächtig aufgerafft zum letzten Kampf, — Doch unabwendbar brach herein die Wolke, Es war ein Ringen wie ein Todeskampf. Und Alles griff in Hast zu Schild und Lanze, Dem Feind entgegen ging’s hinaus zur Schlacht, — Da wurde, ach! im wilden Kriegestanze Des Volkes Zierde jählings umgebracht. Und als die Freunde sah’n die Stadt in Flammen, — Verlassen hatte sie ihr alter Hort, — Da rafften sie ihr letztes Gut zusammen, Die Thora nahmen sie — und eilten fort.