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Israelitischer Jugendfreund · 1905-01-01 · 20 (1905) · p. Seite 320

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
11 (1905) Jung Israel
Issue
20 (1905)
Date
1905-01-01
Page
Seite 320 (sequence 20)
Language
German
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320 JUNG ISRAEL T „Wirklich?" fragte der Atheuienser erstaunt; „hier bekommt mau sie um sehr genügen Preis. Ta wäre ja ein schöner Gewinn zu machen. Wenn ich einen Wagen voll dahin fahren würde, würdest du mir beim Verkaufe Helsen? Glaubst du, daß ich einen guten Nutzen daraus ziehen könnte?" „Und was für einen! Tue es nur!" Der Athenienser, sehr zufrieden lvegen des Glückes, das ihm bevorsteht, will es sich nicht entschlüpfen lassen. Er schasst so viele Sandalen zusammen, als er kann und zieht nach Jerusalem. Angekommen au den Toren Jerusalems, läßt er den Israeliten benachrichtigen, der schnell herbeikomnck und seinen Gast freundschaftlich grüßt, und hieraus also zu ihm spricht: „Bravo, du hast wirklich einen guten Augenblick getroffen, es war nie so große Teuerung wie jetzt. Es ist aber ein kleines Hindernis vorhanden, eine Förmlichkeit, ein Nichts; es darf aber nichts schaden." „Von welcher Förmlichkeit willst du mir sprechen?" „Siehe, seit kurzem wurde hier angeordnet, daß alle Kausleute und Handwerker ihre Kennzeichen haben. Für die Schuhmacher gilt, daß sie den Bart rasiert und das Gesicht geschwärzt haben." Ter Athenienser denkt bei sich: „Was für ein großes Unglück! Um einen schönen Schatz zu verdienen, ist das ein Kleines ..." Ohne Bart uttd geschwärzt zog er mit den Sandalen in die Stadt. Bei diesem Anblicke sangen die Vorübergehenden an, stehen zu bleiben und betrachten ihn und lachen; die Menge drängt sich, untringt ihn und ruft atls: „O, was für ein schönes Gesicht! Schau, .schau! Wo komnck der her?" Und alle platzen vor Lachen. Anfänglich achtet der Athenienser tticht daraus ttnd bietet seine Sandalen zürn Verkaufe aus. „Um welchen Preis?" fragt man ihn. „Eine Goldmünze das Paar." „Er ist ein Narr, er ist ein Narr," schreien alle, und alle foppen ihn um die Wette. Ter arme Verhöhnte sieht unter der Menge seinen Israeliten und sagt ganz traurig und bestürzt zu ihm: „In meinetn Hause wurdest du ganz anders ausgenommen." „Es ist wahr," antwortete der Jerusalemitaner, „und ich bin bereit, dich dafür zu entschädigen. Aber das ist nur eine Lektion; du wolltest uns verspotten und du selbst wirst verspottet."

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