Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 11 (1905) Jung Israel
- Issue
- 20 (1905)
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 318 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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318 JUNO ISRAEL er zu sich selbst, „der Lack eines Ministers oder Feldherrn wird Wohl auch zu schwer sein" .... er probierte einen solchen, aber er bekam ihn kamn gerade -- „ich will bescheiden sein und den Lack eines reichen Mannes nehmen, das mufj ein sehr angenehmer Lack fern" . . er griff danach, hob ihn einige Zoll von der Erde, und lies; ihn ermattet sinken - - „nein! wer hätte das gedacht, auch den bekonnne ich nicht in die Höhe! . . . ." Lo probierte nnd probierte unser Josef, den Saal aus und ab, alle Stände, alle Klassen, die bevorzugten, die mittleren, die niederen, durch, er hob und wog — er Untrbe müde zum Umfallen; bald konnte er den Sack nicht heben, bald bekam er ihn nicht aus den Rücken hinaus, bald, wenn er ihn oben hatte, rollte er aus der andern Seite wieder hinunter; ja, hatte er einen zwischen den Schultern, der ihm zu passen schien, nnd er ging einige Schritte, wurde ihm die Last unerträglich, und unp so mehr, da dies, wenn er sie sich ansah, lauter widrige und erbärmliche Gewerbe waren, die ihm der Mühe nicht wert schienen. Endlich kam er an einem dunkeln, entlegenen Winkel, wo noch ein Sack stand, der ihm'klein und mager schien, er faßte ihn, erhob ihn — „ha," jubelte er, „das ist, was ich brauchen kann!" — es war ihm leicht und wohl, die Saft so bequem, so gut verteilt, schnell eilte er zur uächsteu Lichtslamme und besah sich die Aufschrift. Darauf stand: „Sack für Josef, den Wolkengneker"-wie erschrak der gute Manu, und dann ärgerte er sich: „das hält' ich wohlfeiler haben können:," und wollte den Sack auf die Erde werfen — aber er seif; ihm fest zwischen den Sehultern. „Törichter Mensch!" liest sich die feine Stimme des Männchens neben ihm vernehmen — „verstehst du nicht, was zu erfahren du gewürdigt worden? Für Jeden ist der Sack am leichtesten zu tragen, den er schon trägt . . . ." Josef liest traurig den Kopf hängen. „Ist es nicht ärgerlich," murmelte er vor sich hin, „Zeit seines Lebens nach besserm Geschick zu suchen, um sieh zuletzt sageu zu lassen: das Beste, was du finden kannst, hast bit schon? . . . ." „Nun ja," schmunzelte der Dreimeister, „es ist nicht leicht, ein Mensch zu sein . . . ." Mehr aber hörte unser Josef nicht. Tenn plötzlich gab's einen heftigen Ruck — uud als er Die Augen aufschlng, lag er unten am Dorfbimnnen.