Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 11 (1905) Jung Israel
- Issue
- 20 (1905)
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 311 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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311 JUNG ISRAEL zn dieser Stelle: „Betrachten wir hier die beiden Kranen neben zwei Männern, Teborah neben Barak, Jaäl neben Sisera. Gott hat dein Weibe die Ueberlegenheit verliehen." — Lag doch die weitere Gefahr nahe, es könnte dieser gefürchtete Häuptling eine neue Schar sammeln nnd einen verzweifelten Angriff machen, bcffcn Ansgang nicht abzusehen gelvesen wäre. Von diesen Gesichtspimkten ans lvird es uns begreiflich nnd erklärlich, wie der Milt dieses Weibes selbst von einer Teborah verherrlicht nnd gepriesen werden konnte. Ter Kamps war zu Ende, das Volk hatte 40 Jahre Ruhe. Sieggekrönt zogen Teborah unD Barak heim, jene zn ihrem Berufe als Friedensstifterin, dieser im gehobelten Bewußtsein ein heiliges Werk mit so großen! Erfolge nnd ztwt Segen seines Volkes vollführt zn haben. Tie Kriegslvasfen ruhten, aber die gefeierte Heldin Deborah ruhte nicht. In das Gedächtnis der Volksseele mußte dieser Freiheitskantpf für alle Zeiten eingegraben lverden. Sie ftinimt dem Herrn ein Siegeslied an, denn Gottes war der Kaittpf, ihn: gebühre Preis und Tank, nicht der Kriegsschar nitd nicht ihren Führern, Denn sie seien nur die Werkzeuge gewesen, ihnen könne ttnr ein geringer Teil an ben Errungenschaften dieses Sieges znfallen. Ein gewaltiger Hymnus voll hohen dichterischen Schwunges ist das Deborah - Lied, das im Buche der Richter eilte bleibettde Stelle gefunden. Einige Verse desselbeit feien auch hier wiedergegeben: „Höret, ihr Mßnifle, inerter auf ihr Fürste», Dem Ewige» null ich singe», Die Saiten rühre», dem trotte Israels!" „Mein Her?, gehört de» Führer» Israels, Denen, die sich willig hingebe» dem Balte, Preiset de» Einigen!" „La inögen alle deine Feinde, o Herr, »ntergeh'n, Deine Fremrde aber möge» sein, wie der Ausgang Der Sonne in ihrer Herrlichkeit!" So sang eilt israelitisches Weib, so sang Teborah, eine Mutter in Israel, wie sie sich selber zn nennen pflegte. Ja, mit mütterlicher Liebe umfing sie die Kinder ihres Volkes, für die sie gesonnen lind gewirkt, und Liebe nlld Verehrung war der Lohn ihrer Taten, die mit liitallslöschlichelt Zügen in dem heiligen Bliche für alle Zeiteli eingezeichnet stehen.