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Israelitischer Jugendfreund · 1905-01-01 · 20 (1905) · p. Seite 308

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
11 (1905) Jung Israel
Issue
20 (1905)
Date
1905-01-01
Page
Seite 308 (sequence 8)
Language
German
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308 .JUNG ISRAEL hinreißende Lieder, deren Zaubergewalt das Volk bis ins Innerste traf und ergriff. Von glühendem Eifer für die heilige Sache des Vaterlandes selbst erfüllt, vermochte sie auch auf die Gesamtheit der Stämme einen tiefen und nachhaltigen Eindruck zu machen, so daß ihr Ruf als Tichterin und Prophetin bald bis in die entferntesten Teile des Landes drang und so das Vertrauen zu ihrer weifen Führung innner inehr befestigte. Als daher um diese Zeit die kanaanitifchen Völker, an deren Spitze Jabin, Köllig von Chazor, unb dessen Feldherr Sifera standen, sich zur Unterdrückung, Plünderung und Vernichtung der israelitischen Stämme vereinigt hatten, waren alle Blicke aus Deborah, diese hehre Gestalt, gerichtet. Ter echt weibliche Charakter Teborahs *) — sie war eben keine tollkühne Heldenjungfran, die weiblichem Berufe entsagte —, ihr dichterischer und prophetischer Berus, noch mehr ihre eigentliche Stellung als Friedensstifterin, abgesehen von ihrer Unkenntnis des Kriegshandwerkes, ließen bei ihr den Gedanken an die persönliche Anführung eines Heeres Wohl nicht anskonnnen, so sehr ihr Herz für die Errettung ihres Volkes aus der drohenden Gefahr entflannnt war. Tie Rot war groß, die Stammeshäupter der Verzweiflung nahe, weil die gewaltige Uebermacht der Feinde unüberwindlich schien. Da erhebt sich Teborah aus ihrer Friedensstätte, beruft einen tapferen Helden, Barak aus Kedes-Naphtali, zur Bildung und Führung eines Heeres, indem sie ihm dabei eröffnet, daß diese Sendung im Rainen Gottes geschehe, dem Ruf also mngehend Folge geleistet werden müsse. Tie Botschaft, die sie an ihn richtet, lautet: „Ter Ewige, der Gott Israels, gebietet dir: Ziehe hinauf nach dem Berge Tabor und nimm dir zehntausend Mann von den Söhnen Raphtali und Sebnlon. An dem Fluß Kison werde ich dir den Sifera, den Heerführer Jabins, und seine Wagen samt seiner Volksmenge zuführen und sie in deine Hand geben!" Obschon hier denn Helden die Gewißheit des Sieges verheißen wird, erwidert er jedoch der Teborah: „Wenn du mit mir gehst, so gehe ich; wenn du dich aber weigerst, so gehe ich auch nicht." Tiefes kurze Zwiegespräch zeigt uns die Heldin in ihrer ganzen Größe. Sie hält zunächst diesen Krieg für einen Gotteskamps, für ') Debornh tjcifjt die „Biene", die Fleißige.

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