Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 11 (1905) Jung Israel
- Issue
- 20 (1905)
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 307 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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JUNG ISRAEL 307 W- Dcborab. Bon B. Iacobso h n. 3t)vcit Bliuid tut ne aus mit Weisheit, Und milde Vd)ve ist ans ihrer Znnqe. (Lp. K. 31, B. 26.) Ter Gottesmann Moses war tot. In Leif;om, Mutigem Kampfe hatte fein Jünger und Nachfolger Josua das ersehnte Land Kanaan erobert und es unter die einzelnen Stämme als Erbgut verteilt. Mit ermahnenden Worten an das Volk schied auch dieser mutige Inh rer vom Schauplatze seiner ruhmvollen Tätigkeit, das kaum zu einer Einheit gestaltete Stämmereich ohne überhaupt zurücklassend. Zerfahrenheit herrschte unter den Stämmen, so das; die räuberischen Einfälle der Nachbarvölker nur sehr schwer znrückgedrängt werden konnten. Tie wenigen hervorragenden Männer, denen wir in der Zeit der Richter begegnen, vermochten nur ans verhältnismäßig kurze Tauer dem Volke segensreichen Frieden zu geben; eine Zeit der Bedrängnis war über Israel hereingebrochen. Woran es hauptsächlich fehlte, war eine zur wirkfamen Leitung geeignete Persönlichkeit, die mit allen den hohen Tugenden ansgestattet gewesen wäre, welche für dieses hohe Amt in schwerer Zeit notwendig vorhanden sein mußten. Eine solche Persönlichkeit voller Hoheit und Würde fand sich in der Gestalt eines geistig starken Weibes, das berufen war, die öffentlichen Angelegenheiten des Volkes in die Hand zu nehmen. D e b o r a h, das Weib eines sonst unbekannten Mannes Lapidot aus Kedes in Raphtali, lag dem Amte einer Richterin und Prophetin ob. Unter einer Palme zwischen Ramah und Beth-El sitzend, welche später nach ihr die Teborah-Palme genannt wurde, richtete sie das Volk. Torthin zogen alle, welche eine Streitsache hatten, um ein weises und gerechtes Urteil ans ihrem Munde zu vernehmen. Ihr verständiger Sinn, ihre weisen und begeisterten Reden, von prophetischem Geiste dnrchhaucht, müssen das Volk hingerissen haben. Deborah, in deren Brust die Großtaten der Vergangenheit lebten, und deren Herz mit den beseligsten Hoffnungen ans den göttlichen Schutz erfüllt war, verstand es, den immer mehr gesunkenen Mut im Volke aufs neue zu lvecken und zur Abfchüttelung des schmachvollen Joches zu entflammen. Und mit welchen Mitteln? — Sie fang begeisterte,