Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 11 (1905) Jung Israel
- Issue
- 19 (1905)
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 293 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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-MG JUNG ISRAEL 293 enge und der fernen See des Nordens, und im Süden hellte der Himmel sich auf. Endlich brach auch der untergehende Mond aus grauen Wolkenstreifen hervor und sein friedvolles Licht versilberte die Höhe des Baal Zephon und die Ufer der Bucht, die sich nun wieder mit rauschenden Wogen bedeckten. Der tosende und pfeifende Sturm verwandelte sich in das leise Gesäusel des Morgenwindes, der von Mittag her kam, und das Meer, das, einem brüllenden Untier vergleichbar, die Felsen bestürmt hatte, ruhte nun zuckend und mit gebrochener Kraft vor dem steitternen Fuß des Gebirges. lieber den Leichen so vieler breitete die See noch eine kurze Weile ihr dunkles Bartuch, und der verblassende Mond trug vor dem eigenen Heimgattg Sorge, daß es der feuchten Ruhestätte eines Königs und so vieler Großen nicht an köstlicheut Zierrat fehle; denn seine Strahlen übergossen und verbrämten ihre Decke, die Fläche des Meeres,über undüber mit köstlichetn Schmuck von blitzendenDiatnanten in silberner Fassung. Während der Osten sich erhellt und der Himmel sich mit glühendem Frührot bekleidet hatte, war das Lager aufgerichtet wordeit, doch blieb wenig Zeit für einen schnellen Jtnbiß. Dentt schon ktirz nach Sonnenaufgang rief das Erz das wanderttde Volk zusamnten und sobald es sich bei den -Quellen vereint hatte, schwang Mirjant das Tamburin, schüttelte bcn Schellenreifen und schlug das Trommelsell, daß es weithin dröhnte und klingelte, und wie sie leichten Fußes dahinschritt, folgten ihr die Frauen und Mädchen in: rhythmischen Takte des Reigens; sie aber fang: „Singen will ich dern Ewigen, Denn erhaben ist er; Rosse und Wagen, Er stürzte sie ins Meer!"