Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 11 (1905) Jung Israel
- Issue
- 18 (1905)
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 283 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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JUNO ISRAEL 283 Kräfte auffrischen sollte. In ihren: Schein sah er auch die majestätische Gestalt des Moses aus einem Hügel am User, wie sie den Stab nach der See hin ausstreckte, und dies Bild prägte sich ihm wie jeden: der Wanderer, dem größten und kleinsten, fester ein als allen anderen und steigerte gewaltig die Zuversicht seines Herzens. Dieser Mann war ja der Vertraute des Höchsten, und so lange er den Stab hob, waren die Wogen wie gebannt, und durch seinen Knecht versagte Gott ihnen die Rückkehr. An den Allmächtigen brauchte er, Ephraim, sich nicht mehr zi: wenden; das lag in der Hand dieses Erhabenen, Großen; doch seine kleine Pflicht, das Vorwärtskonnnen des Einzelnen in: Auge zu behalten, nmßte er auch fürder erfüllen. Bis zu den Aussätzigen und den Knaben mit den Rauchkesseln eilte Ephraim, den: Wanderstrome entgegen, zurück, und jeder neuen Abteilung ries er zu: „Gerettet, gerettet! Am Ziel! Der Stab des Moses bändigt die Wogen. Schon viele haben das User betreten! Danket den: Herrn! Vorwärts, aus daß auch ihr mit einstimmen könnt in den Jubel! Aus die beiden roten Feuer richtet die Augen! Die Geretteten sind es, die sie entzündet! Zwischen ihnen steht der Knecht des Herrn und erhebt seinen Stab!" Dann senkte er abermals das Ohr und heftete es, im feuchten Sande knieend, an den Boden, und nun vernahm er deutlich und nah das Rasseln der Räder und hurtigen Husschlag. Doch während er noch lauschte, kan: dies Geräusch allmählich zur Ruhe und er hörte nichts mehr, als das Geheul des wütenden Sturmes und den drohenden Schlag der hochslutenden Wellen oder einen vereinzelten Aufschrei, den der Ostwind bis hierher trug. Die Wagen waren bis an die trockenen Stellen der Bucht gelangt und zauderten eine gute Weile, bevor sie die Fahrt aus diesen: gefahrvollen Wege sortsetzten; plötzlich aber erscholl der ägyptische Kriegsrus, und das Rädergerassel ließ sich von neuem vernehmen. Langsamer als vorher kam es näher, — doch schneller als das Volk zu wandern vernwchte. Auch für die Aegypter blieb der Weg frei von Wellen; aber wenn die Seinen nur einen kleinen Vorsprung behielten, brauchte ihn: nicht mehr für die Zukunft zu bangen; denn die Geretteten konnten sich während der Nacht in die Wüstenberge zerstreuen und sich an Stätten verbergen, wohin ihnen kein Wagen und Roß zu