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Israelitischer Jugendfreund · 1905-01-01 · 17 (1905) · p. Seite 266

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Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
11 (1905) Jung Israel
Issue
17 (1905)
Date
1905-01-01
Page
Seite 266 (sequence 14)
Language
German
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266 JUNG ISRAEL Land zu führen verheißen. Gedenke deines Gelübdes, Ewiger! Sei uns gnädig, du Gewaltiger, Großer! Unser Feind naht mit unwiderstehlicher Macht! Halte ihn aus! Rette uns! Bewahre die armen Weiber und die Kinder! Rette uns, sei uns gnädig!" Er hatte während dieses Gebetes die Augen nach oben gerichtet, und aus der Spitze des Baal Zephonberges das Glanzlicht eines Feuers bemerkt. Es war von den Phöniziern entzündet worden, um den Baal des Nordwindes den Stammverwandten günstig und ihn feindlich gegen die verhaßten Aegypter zu stimmen. Das war freundlich, er aber setzte aus einen andern Gott seine Hoffnung, und wie er weiter Umschau hielt am Himmelsdom, über den graues und schwarzes Gewölk hinjagte, sich zusammenballte, zerriß und dann neue Bahnen suchte in der Höhe, gewahrte er zwischen zwei auseinanderweichenden Wolkenmassen den silbernen Glanz des vollen Mondes, der die Höhe seiner Bahn jetzt schon erreicht. Ta erfaßte ihn neues Zagen; denn er gedachte der Verheißung der des Windes und Wetters kundigen Männer. Lüstete es die Meerflut jetzt, das alte Bett neu zu erfüllen, so war es um die Seinen geschehen; denn auch nach Norden hin, wo zwischen Schlamm und Klippen tiefe Wasserlachen standen, gab es kein Entrinnen. Fluteten die Wogen in den nächsten Stunden zurück, so ward der Same Abrahams von der Erde vertilgt, wie die Schrift, die man in das Wachs ritzt, unter dem Druck der warmen Hand von der Tafel verschwindet. Doch war denn nicht dies dem Untergang erlesene Volk dasselbe, das der Herr sich zu dem seinen erkoren? Konnte er es in die Hand derer geben, die doch auch seine eigenen Feinde waren? Nein, nein, tausendfach nein! Und der Mond, der das Verderben veranlassen sollte, er hatte sich ja vor kurzem zum Verbündeten seiner Flucht gemacht und war ihm gewogen. Nur hoffen und glauben, nur nicht das Zutrauen verlieren! Und noch war ja nichts, war gar nichts verloren, t Fortsetzung folgt.)

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