Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 11 (1905) Jung Israel
- Issue
- 17 (1905)
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 264 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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264 JUNQ ISRAEL verlassen, bevor man die Aussätzigen nicht veranlasse, sich ferner von ihnen zu halten; doch auch sie brachte der Jüngling mit Hülse der Aeltesten des Stammes Benjamin, der ihnen voranzog, zum Gehorsam, indem er sie mit der Verheißung der Phönizier und Fischer bedrohte, daß der Mond, wenn er sich dem Untergang neige, die See in das alte Bett zurückziehen werde. Endlich veranlaßte er den verständigen Führer der Aussätzigen, einen früheren ägyptischen Priester, wenigstens die Hälfte des gebotenen Abstandes innezuhalten. Der Sturm hatte indessen mit gesteigerter Macht zu wehen fortgefahren und sein Gebraus und langgezogenes Pfeifen, das sich mit den: Geheul der gepeitschten Wogen und dem dröhnenden Lärm der Brandung vermischte, übertönte die Kommandoruse der Aeltesten, das Angstgeheul der Weiber, das Geschrei der Kinder, das Gebrüll und Blöken der zitternden Herden und das Winseln der Hunde. Nur den nächsten war Ephraims Stimme noch verständlich und dazu erloschen viele Fackeln, während andere nur schwer in Brand zu erhalten waren. Wie er aber tief aufatmend und langsamen Schrittes hinter den letzten Aussätzigen eine Weile über den feuchten Grund hingeschritten war, um sich einige Ruhe zu gönnen, hörte er hinter sich seinen Namen rufen, und wie er sich umwandte, gewahrte er einen seiner früheren Spielgefährten, der von einem Kundschaftsgange zurückkehrte und mit triefender Stirn und fliegendem Odem dem Jüngling, in dessen Hand er den Führerstab sah, ins Ohr rief, die Wagen des Pharao zögen der übrigen Streitmacht voran. Bei Pihahiroth habe er sie verlassen, und wenn sie sich dort nicht aufhielten, um den anderen Truppen Zeit zu gönnen, sich an sie zu schließen, könnten, sie jeden Augenblick die Flüchtlinge ereilen. Damit trabte er an den Aussätzigen vorbei, um zu den Führern zu gelangen; Ephraim aber blieb mitten im Wege stehen, preßte die Hand an die Stirn und die Sorge überkam mit neuer Gewalt seine Seele. Er wußte, daß die nahende Streitmacht die Männer, Weiber und Kinder, die er eben in ihrer rührenden Angst und Hilflosigkeit gesehen, zertreten werde wie der Fuß der Menschen einen Ameisenzug, und wieder trieb ihn alles, was in ihm, zum Beten, und aus dem beklommenen Herzen drang sein flehender Ruf in die Nacht: „Gott, Gott, großer Gott in der Höhe! Du weißt, denn ich habe es dir ja gesagt, und dein allsehendes Auge muß es gewahren trotz des Dunkels dieser Nacht, wie es um das Volk steht, das du in neues