Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 11 (1905) Jung Israel
- Issue
- 17 (1905)
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 260 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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- Rashi 1× ep/1002670
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260 JUNG ISRAEL Rafcbi (Zum 800. Todestag.) Rabbenu Schelomo Jizchaki, dessen jetzt anläßlich der 800. Wiederkehr seines Todestages Juden und Nichtjuden rühnrend gedenken, wurde im Jahre 1040 in Trotzes (Frankreich) geboren und besuchte die berühmten Schulen zu Mainz und Wovms. Mit welchem Feuereiser er sich den Studien hingab, mit welcher Geduld und beispielloser Ausdauer er sich in das heilige Schrifttum vertiefte und es in seinem innersten Wesen, in seinem verborgensten Sinne zu erfassen sich bestrebte, davon zeugt wohl mehr als genug die Tatsache, daß er bereits in seinem 25. Lebensjahre allgemein als Meister des Talmudstudiums anerkannt und deshalb als ein Stern erster Größe verehrt wurde. Welche immense Gelehrsamkeit mußte sich Raschi angeeignet haben, wenn zur Zeit, wo das innfaffenbe Gesetzstudium allgemein betrieben wurde, dennoch aus den entferntesten Gegenden und aus den größten Gemeinden Fragen religiösen Inhalts an Raschi gerichtet wurden und man sich seinen Entscheidungen unterordnete. Sein Ruhm verbreitete sich von Tag zu Tag, und feinen Namen nannte man mit Ehrfurcht. Freilich besaß Raschi einen äußerst scharfey, durchdringenden Geist, eine leichte Auffassungsgabe, ein treues Gedächtnis, Eigenschaften, die ihn in seinen Studien sehr zu fördern geeignet waren; dem gegenüber lebte er aber in den ärmlichsten Verhältnissen, ja oft in großer Dürftigkeit und schwer lastete gar oft aus ihm die Sorge, seine Familie zu ernähren. Doch sein Geist ließ sich im hohen Fluge nicht hemmen, unermüdlich strebte er höher und höher. Was er erforscht und ergründet, was er erkannt und für richtig befunden, das hat er treu und redlich der Mit- und Nachwelt überliefert. Nicht nur, daß er einen großen Teil der heiligen Schrift erklärt hat, er schrieb auch einen Kommentar zu dem größten geistigen Werke aller '■V'i'