Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 11 (1905) Jung Israel
- Issue
- 16 (1905)
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 254 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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254 JUNG ISRAEL Rccbtfcbaffenbeit im Bandet. Rab Safra hatte einen kostbaren Edelstein zu verkaufen. Es waren ihm von einigen Kaufleuten fünf Münzen dafür geboten worden; aber er blieb fest aus dem Verlangen von zehn; und das Geschäft unterblieb. Rab Safra jedoch beschloß später, als er nochmals nachdachte, den Edelstein um den Preis zu geben, der ihm geboten worden war. Den Tag darauf kommen die Kaufleute nochmals in dem Augenblicke, wo Rab Safra gerade mit dem Gebete beschäftigt war. „Herr!" sagten sie, „wollen wir das Geschäft machen? Wollt ihr uns den Edelstein um den angebotenen Preis überlassen?" Rab Safra bleibt stumm. „Gut! Gut! erzürnt euch nicht! Wir werden noch zwei Münzen hinzutun!" „Nun denn! Es sei, wie ihr wollt! Ihr bekommt die zehn Münzen!" ,■ Rab Safra bleibt wiederum stumm. Da Rab Safra jetzt sein Gebet beendigt hatte, sagte er: „Herren! Ich betete und wollte mich nicht unterbrechen. Was den Preis des Edelsteins anbetrifft, so war ich schon entschlossen, ihn um das Angebot von gestern zu geben. Ihr werdet mir also fünf Münzen geben. Ich kann nicht mehr nehmen."