Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 11 (1905) Jung Israel
- Issue
- 14 (1905)
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 224 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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224 JUNO ISRAEL „Keinen Verdacht. Ich dachte, vielleicht hat sich dir eine wohlfeile Ware dargeboten, die du gekauft hast." „Als ich dir erklärte, daß ich kein Vieh habe, was dachtest du?" „Daß du es vielleicht an Andere vermietet hast." „Als ich dir erklärte, daß ich keine Früchte habe, welchen Verdacht schöpftest du?" „Keinen, ich dachte, daß sie vielleicht nicht verzehntet sind." „Als ich auch kein Land hatte, was dachtest du?" „Ich dachte, daß du es verpachtet habest." „Und endlich," fuhr der Gutsbesitzer fort, „als ich dir gar erklärte, daß ich gar nichts mehr besitze, nicht einmal die notwendigsten Hausgerätschaften, war auch da dein Vertrauen in meine Rechtschaffenheit noch nicht erschöpft?" „Ninnnerniehr, ich dachte, du hättest vielleicht all dein Vermögen Gott geweiht; und so blieb dir nichts inehr für mich." „Bei Gott! Du hast die Wahrheit getroffen. In einem Augenblicke des Zornes wegen der schlechten Aufführung meines Sohnes weihte ich mein ganzes Vermögen dein HiiiNiiel. Die Gesetzesgclehrten habeil mir mein unbesonnenes Gelübde gelöst. Hier hast du reichen Lohil für deine Arbeiten. Wolle Gott über dich immer so günstig urteilen, wie du günstig über niich geurteilt hast!" -* — Guter Rat. Gesell dich einem Bessern zu, Daß mit ihm deine bessere Kräfte ringen: Wer selbst nicht besser ist als du, Der kann dich auch iiicht weiter bringen. &