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Israelitischer Jugendfreund · 1905-01-01 · 13 (1905) · p. Seite 198

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Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
11 (1905) Jung Israel
Issue
13 (1905)
Date
1905-01-01
Page
Seite 198 (sequence 12)
Language
German
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198 JUNG ISRAEL Der Hausherr, der seinen Gast in Verlegenheit bringen wollte, ersuchte ihn, das Gericht auszuteilen Dieser weigerte sich anfangs, gab aber endlich dem Wunsche seines Wirtes nach und nahm die Teilung vor. Er gab dem Ehepaar zusammen ein Rebhuhn, den beiden Söhnen zusammen auch eins und den beiden Töchtern zusammen ebenfalls eins; die zwei übrigen Stücke behielt er für sich. Dem Wirte war diese Teilung auffallend, doch er schwieg. — Offenbar war das der zweite Witz. — Beim Abendmahle wurde ein fettes gebratenes Huhn auf den Tisch gebracht, und wiederum mußte der Fremde die Teilung vornehmen. Er legte dem Hausherrn den Kopf, der Frau das Innere, den Söhnen die beiden Hüftstücke, den Töchtern die beiden Flügel vor, für sich behielt er den ganzen Rumpf. — Das war der dritte Witz.— Wird bei euch zu Lande so ausgeteilt? fragte der Wirt; ich war schon Mittags über deine Teilung erstaunt, nun aber möchte ich gerne den Grund deines Verfahrens kennen lernen. — Ich habe mich ja geweigert, die Teilung vorzunehmen, versetzte der fremde Jüngling; jedoch glaube ich meine Aufgabe gehörig gelöst zu haben. Bei dem Mittagsinahle gab ich dir und deiner Frau zusammen ein Rebhuhn, das macht 3, den zwei Söhnen ein Rebhuhn, das macht auch 3, den 2 Töchtern 1 Rebhuhn, das macht auch 3, endlich 2 Rebhühner und ich, das macht wieder 3. Ist das nicht eine gehörige Verteilung? — Beim Abendmahle, fuhr er fort, hatte die Verteilung ebenfalls einen vernünftigen Grund. Dem Hausvater gab ich den Kopf, er ist das Haupt des Hauses, der Frau das Innere, denn sie trägt in ihrem Innern den Ehesegen, den beiden erwachsenen Söhnen die Hüftstücke, denn sie sind die Säulen des Hauses, den Töchtern die Flügel, denn sie sollen ja aus dem Hause fliegen, um zu heiraten. Für mich behielt ich den Rumpf, der einem Schiffe ähnlich sieht. Zu Schiffe bin ich gekommen, zu Schiffe will ich wieder heimkehren; gib' mir vorerst die Erbschaft meines Vaters heraus. — Der Wirt zögerte keinen Augenblick und gab dem Fremden das ihm gebührende Erbteil.

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