Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 11 (1905) Jung Israel
- Issue
- 12 (1905)
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 187 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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JUNG ISRAEL 187 Als idim feinen Bruder, Bevazid, nbenintnDen hatte, erinnerte er sich der vielen 2:enf:e, Die ihm Joseph Nasi erwiesen hatte nnD schenkte ihm die Stadt Tiberias in Palästina nnd sieben kleinere Ortschaften in Der Nähe, damit Joseph Nasi dort andere jüdische Flüchtlinge ans Spanien, Portugal und Italien ansieDeln könne. Er baute Die Mauern von Liberias wieder ans und machte alles fertig für die Ausnahme von jüdischen Flüchtlingen. Bei diesen Arbeiten fand man viele Trümmer von Palästen und Kirchen ans Der Zeit Der Kreuzfahrer, Die mit zu Den Bauten verwenDet wurDen. Auch Kirchenglocken fanD man, Die ans der Zeit Guidos, Des letzten chriülichen Königs von Jerusalem (auch ans Der Kreuzfahrerzeit P stamutten. Diese ließ Joseph Nasi in Kanonen nmgießen. Als Sultan Soliman starb, nnD Selim, Der bis Dahin Die Statthalterschaft Der asiatischen Provinzen gehabt hatte, selbst Sultan wurde, machte er Joseph Nasi zum Herzog von Naros und gab ihm außer dieser Insel auch die anderen Inseln des ägäischen Meeres als Herzogtum. Joseph Nasi selbst blieb in Konstantinopel am Hofe Des Sultans nnD ließ seine Inseln durch einen Stellvertreter regieren. Joseph Nasi war ein sehr reicher Mann gewesen, nnD Die Fürsten Der Damaligen Zeit pflegten sich an ihn zu wenden, wettn sie GelD brauchten. So hatte er unter anderen auch Dem K ö n i g v o n F r a n frei ch eine große Summe geliehen, als sie aber bezahlt werden sollte, machte der König alle möglichen Ausflüchte, um Dem JuDen das GelD nicht znrückzahlen zu müssen. Darauf wanDte sich Nasi an Den Sultan, und Dieser ermächtigte ihn, alle französischen Schiffe innerhalb Der türkischen Gewässer fortznnehmen, bis er für sein Geld Ersatz hätte. Daraufhin ließ der jüdische Herzog Schiffe ausrüsten nnD nahm eine Anzahl französischer Schiffe im Hafen von Alexandria weg und machte sich an der Beute bezahlt, ohne sich um die Proteste Frankreichs zu kümmern. Auch mit der Republik VeneDig focht er seinen alten Streit aus. Er hatte es nicht vergessen, wie die Venetianer ihn und seine Familie behandelt hatten, und wie er nur mit Hilfe des türkischen Sultans mit seinem Leben und Eigentum davongekommen war. Als mm eines Tages das Pulvermagazin von Venedig in Die Luft flog, und Joseph Nasi sehr bald Davon Nachricht hatte, bewog er daraufhin den Sultan, Der Republik Den Krieg zu erklären. Schon lange waren die Türkei und Venedig einander feindlich