Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 11 (1905) Jung Israel
- Issue
- 12 (1905)
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 181 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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JUNG ISRAEL 181 Die Scbabbeslampc. „Das ist mir auch nicht an meiner Wiege gesungen worden," sagte seufzend die alle Schabbeslampe zu dem Haken, all deni sie hing, „daß ich in einem Trödlerladen in so gemischter Gesellschaft nleine alten Tage zubringen mich." „Wenn es dir Erleichterung verschafft, so schütte mir dein Herz ans," sagte der Hakeil. „Ach wenn du wüßtest," erwiderte die Schabbeslampe, „wie viel schölle Tage ich erlebt, wieviel Licht ich verbreitete, wie ich glänzte imb wie viel Freude sich in meinem Glanze spiegelte, so würdest bn mich bedauern." Der Haken metr nie aus seinem ellgell Kreise herausgekomlllen, er kanllte die Welt da draußell nur vom Hörensagen und benützte gierig jede Gelegenheit, etwas aus ihr zu erfahren. „Vielleicht werde ich sie belleideil, nicht bedaueril," dachte er still in sich, und laut fügte er hinzu: „Erzähle mir doch, du wirst einen aufnlerkfamen Zuhörer an mir haben." Und die Lampe begann: „Kannst du dir denken, daß ich einmal jung war? Jung und schöll, liild daß ich glänzte wie lauter Gold, obwohl ich doch nur voll Mesfillg bin. Weiln ich so zlirückdenke, so fühle ich nlich ganz in jene Zeit versetzt, und bentlid) steht vor mir das Zimmer, wo ich znin ersten Mal 511m Bewußtsein meiner selbst kam." „Ach, wie schön sie spricht," dachte der Haken. „An einenl Freitag Nachmittag war's, als man zun: ersten Mal Del in nlich goß imd in jede meiner acht Zacken einen Docht legte. Ich fühlte, daß ich einen Inhalt bekommen hatte." „Und was geschah weiter mit Dir?" fragte der Haken begierig. „Es war ein einfach, bescheidell eingerichtetes Zimmer, in dem ich hing, aber alles blinkte und blankte. Gerade unter mir stand