Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 11 (1905) Jung Israel
- Issue
- 11 (1905)
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 173 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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JUNG ISRAEL 17:; Der Bebel Es ist eine herrliche Wissenschaft, die P hysik, die uns die Kräfte der Nt a t n r und die (besetze ihres Wirkens lehrt! freilich ist sie nicht jedem gleich zugänglich, und doch kann jeder von ihr lernen. Schaut nur um euch! flüstern nicht tausend leise Stimmen ans Blumen und Gräsern, murmelt es nicht der Vach, rauscht es nicht der Sturmwind und der Donner des Himmels: O Mensch, die Natur ist deine Schule! Und hallt es nicht im Herzen wieder: Ja, die Natur ist die rechte Schule, die Natur mit ihren Reizen und Schrecken, mit ihren flammenden Schriftzügen und redenden Zeichnungen, mit ihren lebendigen Apparaten und nngernfenen Erscheinungen, sie ist die treue Lehrmcisterin der Physik! Schaut nur um euch! Ihr steht in einem große:! physikalischen Kabinett! Rings haben unsichtbare Hände die Apparate aufgebaut, und wie von Zanberhand gefiihrt beginnen die Instrumente ihr wunderbares Spiel. Ans der Natur konnte der Mensch nur die ersten Grundsätze für seine Werkzeuge und Maschinen schöpfen; sie müssen auch heute noch darin zu finden sein, die einfachen Gesetze, auf denen unsere ganze wunderbare und staunenerregende Industrie beruht! Wir gehen hinaus auf die Straße, ans einen freien Platz, um dem regen Treiben der Menschen denkend zuzuschauen. Hier spielende Kinder, dort Lasten tragende Männer; hier schwere Ballen, die vom Schiffe herabgewülzt werden, dort beladene Wagen und Karren von keuchenden Pferden gezogen; überall Hebel und R ollen und W i n de n; alles in Arbeit und Lust. Da- Daneben die Ruinen einer alten festung. einer Zwingburg, deren Ban einst vielleicht außerordentliche Meuschenkräfte gefordert hat. Jetzt freilich wird der riesige Bau mit einer Leichtigkeit und Schnelligkeit aufgeführt, daß wir kaum noch nach dem Baumeister fragen. Aber man besitzt auch Maschinen, die man früher nicht ahnte, die manchen Arbeiter ersparen und leicht die schweren Baustiicke in schwindelnde Hohen hinauszaubern. Aber können Maschinen lebende Kräfte ersetzen, wenn nicht etwa der Dampf oder das Wasser sie treibt, die man früher zwar auch nicht anznwenden verstand? Steckt denn in den Hebeln und Rollen und Rädern wirklich eine Kraft?