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Israelitischer Jugendfreund · 1905-01-01 · 11 (1905) · p. Seite 169

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
11 (1905) Jung Israel
Issue
11 (1905)
Date
1905-01-01
Page
Seite 169 (sequence 13)
Language
German
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169 JUNO ISRAEL mit schlvarzen Soden; sie war nicht größer als ein Daumen, und auf dem Kopfe Mar die Träne des Knaben. Die Muchs und wurde immer größer und größer, bis sie viel größer war als ein gewöhnlicher Mensch. Tie Träne aus ihrem Haupte aber war eine große, lichte Tiamantenkrone geworden. „Deine Träne," sagte sie mit milder Stimme, „hat bei mir au das Tiircheu geklopft und hat mir erzählt, daß Tu weinst; darum bin ich gekommen, um Dir Geschichten zu erzählen; dann brauchst Tu uicht mehr zu Meinen. Tu darfst auch keine Angst vor mir haben, ich bin der Schutzengel des jiidischen Volkes und habe Dich recht lieb." Ta fragte der Knabe, warum sie denn aus seiner Träne die Tiamantenkrone gemacht habe, und die schöin' Frau erwiderte: „Jede Träne, die ein jüdisches Kind weint, weil ment es Jude schimpft, fällt in meinen Schoß und wird zum Edelstein., und Deine Träne fiel mir aufs Haupt und wurde zu einer Krone. Am Tage mm, wo das jüdische Volk wieder frei in sein Heimatland zurückkehrt, aus dein es vertrieben ist, Nnrde ich ein herrliches Gewand mit all' den schönen Perlen anlegen und diese Krone auf dem Haupte tragen, Aber das ist noch lange hin. Als nämlich Jerusalem zerstört wurde, da machte Gott aus den Trümmern des heiligen Tempels eine große Schüssel, und in diese Schüssel fließt jede Träne, die eine jüdische Mutter weint, wenn inan ihre Kinder beschimpft. Und warn die ganze Schiissel voll von Tränen ist, so wird sie Gott über die Feinde des jüdischen Volkes ausschütten, und wird das ganze Volk in Gliick und Herrlichkeit zurückkehren lassen." „£, wie prächtig wird das werden," jubelte jetzt das Kind, „das muß ja zu schön sein!" „Gewiß ist das herrlich und das Beste, was es gibt.Aber sage, liebes Kind, soll ich Dir nicht inzwischen noch Geschichten erzählen? Ich weiß sehr viel schöne und neue Märchen!" Ta sagte der Knabe freudig: „Ja," und sie erzählte ihm viele schöne Geschichten, und der Mann., der alle diese Märchen ausgeschrieben hat, saß hinter der Laube und hat alles mit angehört.

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