Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 11 (1905) Jung Israel
- Issue
- 11 (1905)
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 163 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Da schüttelt Schauern, wie im Lenz die Tannen, Al) das Gerippe, dass es dumpf erklang, Und all die Dürre knospend überspannen Geäder und Generv und Sehnenstrang, Und schwellend Fleisch sah ich darum sich breiten, Und rosge Haut die Leiber überspreiten. Die Brüste hob ein langer Atemzug, Vom Herzen auf die Lebensröte schlug, In Arm und Lenden dehnt sich's straff und stark, Im Nacken bäumte sich das Lebensmark. Da war ein Volk von Helden, nicht von Leichen! Da war aus Grabesstille Jubellaut, Da war ein Grüssestanuneln, Händereichen, Ins-Auge-Schaun, Umarmen, Kosen traut, Heiss Liebeflüstern, lachend Thränenweinen, Und alles, alles — Preis dem ewig Einen. „Kennst du dies Volk?“ so sprach der Herr zu mir — „Aus Gräbern zieh' ich’s an das Licht herfür! So tief schläft nimmer dieses Volks Gebein, Ich weck’ es auf und hauch ihm Leben ein; So weit ist’s nimmer in den Wind verstreut, Ich rufe sie, ich sammle sie zur Zeit! So finster ist kein Winkel dieser Welt, Dass er vergessen sie im Kerker hält; Von Nord und Süd, vom fernsten Erdenrand Führ’ ich sie heim in ihrer Väter Land, Auf Adlersflügeln trag' ich sie daher, Mein Volk, mein Israel!“ So sprach der Herr