Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 11 (1905) Jung Israel
- Issue
- 11 (1905)
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 162 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Und rosge Menschenhaut darüber ziehn, Und neues Leben wird in euch erglühn Und lebenswarmes Blut den Leib durchkreisen, Ihi werdet aufstehn und wie Kinder blühn, Ihr werdet aufstehen und den Ewigen preisen.“ So rief's in mir. Und bebend that mein Mund All dem Gebein des Herren Stimme kund. Und wie ich sprach, erglomm’s wie ferner Tag, Die Winde hoben rauschend ihr Gefieder, Und ostwärts kam’s daher wie Flügelschlag, Mit kühlem Wehen strich es auf und nieder, Vom Grunde stieg ein Duften frisch und milde, Und Rosenschein ergoss sich im Gefilde. Da war ein Zittern rings und war ein Regen, Wie wenn im Morgenwind die Felder beben: Ein Rascheln, Hasten, Wirren, Sichbewegen, Ein Trennen und ein Zueinanderstreben. Und Bein zu Bein, ein ruhlos Schlangenwandern, Ein emsig Gleiten, Schweben, eins zum andern. Wie leises Regenplätschern fing es an, Wie Bienensurren dann und Taubenschwirren, Wie Palmenwipfel brausen, schwoll’s heran, Und tobt’ wie Männerkampf und Waffenklirren. Und Glied um Glied stand auf und wucRs empor, Und Haupt an Haupt starrt’ im Gespensterchor. Und wieder still. Und wieder säuselt’s lind, Und wieder rauscht ein Flügelschlag im Wind.