Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 11 (1905) Jung Israel
- Issue
- 9 (1905)
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 131 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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JUNG ISRAEL 131 „Du musst ja schaffen, musst erraffen, In steter Gier nach Gut und Geld; Sie gönnen dir kein Handgewerke, Sie gönnen dir kein Ackerfeld. Du darfst ja nicht zur Jugend sprechen Von eines Lehrers hohem Pfühl; Kein Sternchen scheint dem wackern Busen, Der sich bewährt im Kampfgewühl.“ „Du bist kein Mann in Amt und Würden, Dein Eid ist matt, dein Herz ist lau; Doch Gold, o Kind, das darfst du geben Für einen frommen Kirchenbau. Du darfst im Land die Kranken heilen, Den Bettlern reichen Brot und Wein, Und darfst wie ich und deine Brüder Ein schlechter Trödeljude sein.“ „Du bist nicht schwach, um Holz zu spalten, Und ehrlich bleibst du fort und fort; Ach, willst du nach der Ferne schweifen? Ein Laut verrät dich hier und dort. Wirst du die Heimat lassen können? Dein hochbetagtes Mütterlein? Wer wird nach Jahren einst begraben Zu mir ihr heiliges Gebein?“ Er sucht erschöpft das traute Lager, Ein kurz Gebet, da schläft er schon. Er spricht im Traum: „Ich will dich wahren, So lang’ ich bin, geliebter Sohn; Doch, wenn ich ging zu meinen Vätern, Wenn du verarmt und schwer bedrückt, Ach, wirst du dann die Eltern segnen, Die dich in diese Welt geschickt?“