Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 11 (1905) Jung Israel
- Issue
- 9 (1905)
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 130 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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M!' .! fl •'hl 130 JUNG ISRAEL .;ä4sr. Die Strassen auf, die Strassen nieder! Die Knochen matt, die Stirne heiss! Die Woche flieht, die Woche bietet Nur fünf der Tage deinem Fleiss. O spute dich, du Atemloser, Wirb, wirb um deinen Tagelohn. Am Samstag will es nicht der Vater, Am Sonntag will es nicht der Sohn. Des Abends kehrst du still nach Hause, Es sieht dein Weib dich fragend an. Du schweigst, sie geht hinaus und weinet, Und liebt dich um so wärmer dann. Sie reicht dir lächelnd Salz und Brote, Sie bringt ihr schönstes Kind herein, Es fällt dich an mit hundert Küssen, Und forscht in allen Taschen dein. Du suchst den weichsten Pfühl dem Knaben, Ein kurz Gebet, da schläft er schon. Du aber sprichst: „Ich will dich wahren, So lang’ ich bin, geliebter Sohn. Doch, wenn ich ging zu meinen Vätern, Wenn du verarmt und schwer bedrückt, Ach, wirst du dann die Eltern segnen, Die dich in diese Welt geschickt?“ „Ein jüdisch Kind auf — deutscher Erde — Ich trug es kaum, du trägst es nie. Du willst des Christen Herz gewinnen, Und sinnst und strebst und weisst nicht wie. Er grollet, nicht um Gottes willen, Er grollet, bis dein Atem stirbt, — Weil deine Hand um Gold und Güter Geschwinder und beglückter wirbt.“ I1 j