Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 11 (1905) Jung Israel
- Issue
- 8 (1905)
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 126 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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12ü JUNG ISRAEL machen? Uno wie soll ich die herrlichen Töne mit ihrem unergründlichen Seite nno ihrer lnrinhohen Hoffnung schildern? Mntter! Ich hnte Sieder in ollen sprachen Europas gehört, Worte, die ans tiefster Seele kamen und ollen Zuhörern tief in die Seele drangen; ich habe sie mit ihren herrlichen Melodien, gesungen von den ersten Sängern und Sängerinnen der Welt, gehört aber ewig ungestillt bleibt mär die Sehnfucht nach deiner Stimme am Sabbathabend in der traulichen Tämtnerungsstnnde, nach deinen! „Gott von Awrom, von Jizchak und Iaakow" ... Gott von Awrom, von Jizchak und Iaakow 'Behüt' dein Volk Jisroel in beinern Lob! Tie sieben Tage, die sollen konunen Zu Glück und zu Segen und zu allem Jronunen — Unser guter heiliger Sabbatb geht dahin. Tie sieben Tage se!b:: . Zn Gllick und zu Segen und zu gutem Gewinn. Ich weif; den Uebergang nicht mehr; ich weis; nicht, ob es einen Uebcrgang gab; nur so viel weiß ich, daß ich atemlos zu warten pflegte, bis die zweite Hälfte kam, die vom Mefchiach. Mefchiach wird konunen zu reiten. Er wird rufen allen Leuten, Er wird rufen Jnttg und Alt, Er wird rufen Arin und Reich, Mefchiach Ben Towid, Melech Jisroel. Tas war der höchste Moment in meiner Woche, das Lied von Meschiach Bett Totvid. Ich war eilt winziges Kerlchen tind lvutzte nichts von materiellem, nichts vott kulttlrellem Antifeinitismns, und doch war der Gedanke an Mefchiach die Krone meines Lebens. Und ich erinnere inich sehr genau eines Sabbathabends, da mich das Lied besonders ergriff; es war eben jener Tezemberabertd, da meine Ränkter sich vom Sabbath gar nickt trennen tvollte und ich sie mit sanfter Gewalt dazu zwingen mußte, mit dem Liede zu beginnen. Tie Woche vor Weihnachtett brachte mir sehr viel persönliches mtd unpersönliches Leid. Ich ging schon als Knirps in aller Herrgottsfrühe, Winter und Sommer, delt weiten Weg in die Schule. An gewöhnlichen Tagen tvar ich allein mit den Schrecken der Nacht: neenn man früh aitfängt, hat rnan mit nenn Jahren das Gruseln verlernt. Ter iveite Weg lnitten im Schitee-