Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 11 (1905) Jung Israel
- Issue
- 8 (1905)
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 116 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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1H) JUNG ISRAEL I! Ir I Es scheint so leicht zu ftin; . . . nur ein Netz ans wunderbaren Slrahlen . . . und doch liegt's mir wie ein Stein ans dem Herzen . . . nicht wie eiil Kieselstein . . . es ist fein gewöhnlicher Stein von der Straße oder vom Felde . . . Es ist ein teurer Stein ... er strahlt ... er leuchtet . . . Tief im Herzen liegt er und sendet mir in alle Glieder soviel Lickt, soviel heimliches, warmes, lebeiidiges Lickt ... Daß es nur nickt verlösche, Mamyschi! . . . So viel verlischt ja! . . . Hör' zu, Mailiyschi! Neili wart'! So einfach ist die Sache nicht. Toll) nein, höre! Erinnerst du dich, daß du mir. gestern etwas Kleingeld gabst. Ich Hab' noel) nichts davon ansgegeben, und doch Hab' ich's nicht rnehr ganz. Ein Zehnerstiick fehlt mir! Ob ich's verloren Hab'? Nein ... Tu gibst mir ja das Geld für arme Leute, für arme Kinder, die ich auf der Straße treffe . . . Wie werd' ich Armengeld verlieren? Ob ich's verschenkt Hab'? Ja, gewiß! Einem Armen? Ich weiß nicht . . . Vielleicht, vielleicht auch nicht . . . Hör' zu, vielleicht wirst du's wissen! Auch gestern ging die Sonne so schön 'unter . . . Vielleicht noch schöner . . . Tu hast mich sehen gelehrt, und ich seh' nun und schau', was andere meinesgleichen nicht sehen . . . Teshalb gehe ich ja gewöhnlich allein spazieren ... Ich ging hinter die Stadt, dort lvo man sie im ganzer! sieht, am Teiche, du weißt doch . . . Tie Häuser steigen übereinander in die Höhe, eines über dem zweiten ... die weiterstehenden wollen über die andern hinüber schauen, Gottes Welt sehen, und steigen immer höher und höher hinan, und die untergehende Sonne blickt sie an, breitet ihre letzten Strahlen über sie aus . . . nimmt Abschied . . . küßt sie... Und ich seh', wie die Schatten unter den Strahlen dahinsagen, wie sie immer dicker tlnd dicker werden und hinfließen und sich einsaugen, )vo sie nur können. Sie siitten die Lücken zwilchen den Häusern, die an am-* marr^r