Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 11 (1905) Jung Israel
- Issue
- 6 (1905)
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 81 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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A£ DER DORFGEHER. VON ISRAEL AUERBACH. In Sonnenglut, in Winterpein Hat er den schweren Sack getragen, Vom Frührot in die Nacht hinein — Doch keine Seele hört ihn klagen. Riss ihm der Dorn die Ftisse wund, Peitschtihm derSturm den krummen Rücken, Zog ihm der Sumpf die Knie zu Grund, Er schleppt den Sack mit stillem Nicken. Des Bauers Hund hat ihn gekannt, Die Krähen krächzten ihm zur Seite, Der Grille Schrei im Ackersand Und Unkenruf war sein Geleite. Die Sterne hat er nie gesehn! Die kreisten hoch in goldnen Scharen, Er aber musste drunten gehn Und lastgebeugt zur Erde starren. Nur Sabbath gab ihm Seligkeit: Da hat er still daheim gesessen, Der Sack voll Lumpen und voll Leid, Der war vergraben und vergessen . . . Nun hat er ew’ge Sabbathruh . . . Nun hat er Himmel, Freud und Sterne, Nun drückt kein Spott und drücktkein Schuh, Der Leidensack ist weltenferne. Er lächelt wohl im Totenschrein Da man ihn still hinausgetragen, Zum ersten Mal fährt sein Gebein, Zum letzten Mal mit Pferd und Wagen! , M ■ r * 4;:|!!r. :lj