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Israelitischer Jugendfreund · 1905-01-01 · 3 (1905) · p. Seite 46

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
11 (1905) Jung Israel
Issue
3 (1905)
Date
1905-01-01
Page
Seite 46 (sequence 16)
Language
German
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JUNG ISRAEL. wo die Geschichte des Menschengeschlechtes fast jeden fußbreit Landes mit Erinnerungen umgibt. Natürlich ist Palästina nächst Ägypten das Hauptziel dieser Reisenden. Anch viele jüdische Reisende gehen dorthin, und in einigen Wochen wird wieder einmal eine große jüdische Reisegesellschaft eine solche gemeinsame Palästinafahrt antreten, darunter viele der hervorragendsten Juden aller Stände. Unsere Bilder sind einem „Reiseführer nach dem Orient"*) entnommen, in dem die Sehenswürdigkeiten, Reisewege und sonst alles Wissenswerte über diese Länder beschrieben sind. Die wenigsten gehen ohne solche „Führer" aus diese weiten Reisen. ■ AUS ALLER WELT. - - : Zwei große Männer unserer Bekennerschaft haben in diesem Monate das Zeitliche gesegnet: Frederic David Mocatta und Konsul A M- Simon. Einer der größten Wohltäter des Judentums war der 1828 in London geborene und am 16. Januar d. I., genau an seinem Geburtstage, daselbst verstorbene Frederic David Mocatta. Die Familie Mocatta ist im Jahre 1670 nach England eingewandert und hat es dort zu großem Reichtum und noch größerem Ansehen gebracht. Frederic Mocatta machte schon als Knabe eine Reise durch ganz Europa, Kleinasien, Syrien und Aegypten. Nach Aufgabe seines kaufmännischen Berufes (1874) widmete er sich ganz dem Dienste des Judentums. Wie er das jüdische Schulwesen und viele Wohltätigkeitsanstalten in England gefördert hat, so hat er auch stets ein offenes Herz und eine offene Hand für alle jüdischen Interessen in der ganzen Weit gehabt. Aber anch für nichtjüdische Wohlfahrtsbestrebnngen zeigte er stets uneingeschränktes Wohltvollen. Besonderes Verdienst hat sich Mocatta durch Förderung der jüdischen Wissenschaft und Literatur erworben. Ans eigene Kosten hat er die Werke von De. L. Zunz, die Geschichte der Inden von Grätz u. a. m. ins Englische übersetzen lassen, wie er jüdische Gelehrte durch namhafte Geldznwendnngen unterstützte. Welches Ansehen der Verstorbene in weitesten Kreisen genossen, konnte man anläßlich der Feier seines 70. Geburtstages erkennen. Nicht weniger als 250 Vereine haben ihm eine Riesenadresse mit 8000 Unterschriften überreicht. Unter den Gratulanten befanden sich viele Mitglieder des königlichen Hanfes, sowie drei Erzbischöfe resp. Kardinäle. Konsul A. M. Simon. Ans fast allen Gebieten jüdischer Wohltätigkeitspflege tat der Verblichene sich hervor. Sein besonderes Interesse aber galt der Bestrebung, die Juden dein Handwerk und der Bodenkultur zuzuführen. Die nach vielen Richtungen hin heilsam wirkende Erziehungsanstalt Ah le m verdankt *) Woerls kleiner Orienführer für Reisende nach Unteregypten, Palästina und Syrien. Mit 120 Abbildungen, Plänen und Karten. Preis 2,— Mark.

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