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Israelitischer Jugendfreund · 1905-01-01 · 1 (1905) · p. Seite 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
11 (1905) Jung Israel
Issue
1 (1905)
Date
1905-01-01
Page
Seite 6 (sequence 13)
Language
German
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6 JUNG ISRAEI Hausfrau gerade keine Lust zum Kaufen hat. Mutter Lea trägt's geduldig. Sie weiß, wofür sie mit dem Winter kämpft! Daheim erwartet sie ihr Stolz, ihre Hoffnung: Ihr Sohn, der der beste Schüler in seiner Klasse ist, — obwohl er manchmal mit einem Süppchen und Brot oder Kartoffeln vorlieb nehmen muß. Und Mutter Lea weiß, daß er einmal alle ihre Mühe und Sorge reichlich lohnen wird. Wie glücklich sie ist, wenn sie abends die Einnahme des Tages überzahlt! Ein kleiner Verdienst ist doch geblieben! Genug auf Holz, genug auf ein bescheidenes Mahl. Und ein paar Pfennige sind noch da, die werden zu den anderen ersparten gelegt. Was sie wohl dafür anschaffen wird? Ein Pelzmützchen oder ein warmes Röckchen für den Jungen — noch verrät sie es keinem. Aber ihr Antlitz ist glückverklärt, wenn sie den „verdienten Groschen" betrachtet. Sie hält ihn lange in der Hand wie einen teuren Schatz und still flüstert sie: „Für ihn! für ihn!" Aus öem Haraöies. Nach CH. D. NOMBERG. Kommt, Kinder, ich will Euch eine Geschichte erzählen. Also: Es war einmal ein Bübchen, ein Bübchen mit blauen Augen. Hört an! Mein Großvater hat mir das so erzählt: Als Adam gesündigt und Gott ihn ob seiner Sünde aus dem Paradies vertrieben hatte, da hat Adam so sehr geweint, daß mit ihm zusammen alle Cherubim weiuen mußten, die vor dem Tor des Paradieses stehen mit den blanken, scharfen Schwertern in den Händen. Und bitterlich weinend haben die Cherubim Gott gebeten, er möge Adam die Sünde verzeihen und ihn auch ferner im Paradies lassen. Und Gott hat ihnen geantwortet: „Verzeihen kann ich ihm seine Sünde. Aber er hat vom Baum der Erkenntnis gegessen und ist darum zu klug geworden, so daß aus dem Paradies eine Hölle werden wird, wenn er darinnen bleibt. Ihr aber würdet von dannen ziehen müssen. Und wo wollt Ihr bin, meine guten, lieben Cherubim?" Als die Cherubim Gottes Rede vernahmen, da erschraken sie so. daß man im ganzen Paradiese nichts hörte als das Rauschen ihrer Flügel, die vor Schreck zitterten. Und bebend und stammelnd baten sie also: „O lieber, lieber Vater Gott, vertreib ihn nur schnell! Wo sollen wir denn hin? Wo sollen wir denn hin? . . ." So sammerten und baten

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