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Israelitischer Jugendfreund · 1905-01-01 · 1 (1905) · p. Seite 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
11 (1905) Jung Israel
Issue
1 (1905)
Date
1905-01-01
Page
Seite 3 (sequence 10)
Language
German
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JUNG ISRAEL. 3 dem Sange. Eleazar von Saab schmetterte in athletischem Wurfe den Kopf des Mauerwidders mit einem Steine ab und sprang von der steilen Höhe mitten unter die Feinde, ihn zu holen. Fünf Geschosse trafen den Rüstungslosen, als er die Mauer erklomm. Samt ihnen kam er bis aut die Zinne und starb dort erst den schönsten Tod. Zwei, sage zwei Galiläer, Netirus und Philippus aus dem Dorfe Numa, stürzten sich ganz allein aus die berühmte zehnte Legion mit solchem Ungestüm, daß sie diese kampferprobten Soldaten alle vor sich hertrieben, aut zahllosen Leichen einherstürmend. So wurden Wege gebahnt für die Fackelträger, die das Holzwerk der Römer in Brand steckten. In Furcht und Entsetzen wagten es die Belagerer bald nickt mehr, es zum Kampfe kommen zu lassen, sondern der Hungerkordon war alles, womit sie ihre Schmach, der Zahl, der Rüstung, den Körperkräften nach so minderwertige Gegner unerhört lang zu belagern, noch weiter in die Länge zogen. Drinnen in der Stadt, deren Bewohner durch die unersetzten Verluste endlich zur Verteidigung statt zum Angriff gezwungen worden waren, wurde das äußerste überboten, um die Stadt zu halten, wie die Römer gegen die Geschwächten wieder vorrückten. Als der Friede einst das Glück der Jotapaten besonnte, da hörte man wohl, wenn man sich dem Brunnen näherte, schon von weitem das fröhliche Geplauder oder das helle Lachen der Mädchen. Jetzt waren aus den anmutigen Blüten Judas Heldinnen geworden. Am letzten Tage der Belagerung war es. Der Widder hatte Bresche in die Mauer gestoßen, in die Römerlanzen und Schwerter schon hineinragten. Ach, und dem Eisen hatten die Juden nur weiche schutzlose Körper entgegenzusetzen. Siegessicher brauste der Kriegsgesang der Römersetzt, setzt, die Juden weichen — da hörte man schmeichelnd und bittend und ermunternd die lieblichen Stimmen der Mädchen, rasend und toll wurden die Müden noch einmal, und noch einmal ward der Sturm zurückgedrängt. Nach solchen Anstrengungen erlag in der folgenden Nacht alles in der Stadt einem todähnlichen Schlaf. Der Verrat gab die Wehrlosigkeit in die Hand des Feindes, den niemals seine Tapferkeit über die Mauer gebracht hatte. Zwölfhundert Kinder und Weiber wurden gefangen, als sie zwischen vierzigtausend Leichen sich verbergen wollten. Das ist ein Bild aus dem Kampfe, den Rom auf dem Gipfel seiner Macht mit einem Vasallen führte, der keiner sein wollte. Das Aufgebot glich dem im Kampfe mit Karthago. Nur daß dieser ein Kampf um die Herrschaft war, der Krieg mit Juda aber seiner Freiheit galt. Die Herrschbegierde mag Ehrgeizige ins Feld locken, wo sie siegen — oder

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