Israelitischer Jugendfreund
- Journal
- Israelitischer Jugendfreund
- Volume
- 4 (1898)
- Issue
- 24 (1898)
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 367 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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367 Das Neimlpiel. Die Gesellschaft setzt sich um einen Tisch. Ein Mitglied nimmt ein Täfelchen und schreibt darauf irgend ein beliebiges Wort, kehrt darauf das Täfelchen um, damit niemand das Wort sieht, und giebt es seinem Nachbar mit einer Sentenz oder einem Gedanken überhaupt, dessen letztes Wort sich auf das ausgeschriebene Wort reimt. Dieser giebt es seinem Nachbar mit einem ähnlichen Reime, und so geht es die Reihe durch, Wer seinen Reim mit dem Worte schließt, welches auf dem Täfelchen steht, der giebt ein Pfand so auch derjenige, der feinen Reim zu Stande bringt. Kommt das Täfelchen an denjenigen zurück, von welchem es ausging, ohne daß sein Wort erraten ist, so muß er es sagen und ein Pfand bezahlen, hat aber dafür das Recht, wieder ein neues Wort daraus zu schreiben, welches in dem Falle, daß es erraten wird, derjenige thnt, welcher mit dem Worte reimte. Bei einer kleinen Anzahl von Spielenden kann das Täfelchen mit einem und demselben Worte zweimal herumgehen. Wer das Täfelchen beschreibt, muß aber uicht nur ein solches Wort wählen, auf welches sich mehrere reimen lassen, sondern auch ein solches, das sehr bekannt ist. Die übrigen Mitglieder müssen dagegen ein weniger bekanntes für ihre Reime aufffrchen, damit sie das ausgeschriebene nicht so leicht treffen. Z. B. der erste schrieb „Wort" mrf die Tafel. Er hatte es seinem Nachbar mit den Worten gegeben: „Nun reimen Sie gleich weiter fort!" Der Zweite: Ei, das kann wohl der Dichter dort. Der Dritte: Ich sitze hier am trocknen Ort. Der Vierte: Man hört jetzt viel von Raub und Mord. Der Fünfte: Ach wäre ich reich doch wie ein Lord: Der Sechste: Ich sehe schon, mich trifft das Wort! Da hier der Sechste das Wort erraten hatte, so gab er ein Pfand und schrieb ein neues Wort auf die Tafel. Ein Beispiel mit weiblichen Reimen. Einer schreibt das Wort „Singen" und giebt dem Nachbar die Tafel mit den Worten: „Das Raten möge dir gelingen!" Der Zweite: Das wünscht man wohl bei allen Dingen. Der Dritte: Ja, wenn die Reim' an Bäumen hingen. Der Vierte: So ging es wohl, daß wir sie singen. ‘ Der Fünfte: Wir aber müssen danach ringen. Der Sechste: Und laufen, reimen, Hüpfen, springen. Der Siebente; Und werden doch wie Raben singen! Hier hat der Siebente es erraten und macht es wie oben angegeben. - Tante Jda-