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Israelitischer Jugendfreund · 1898-01-01 · 24 (1898) · p. Seite 364

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
4 (1898)
Issue
24 (1898)
Date
1898-01-01
Page
Seite 364 (sequence 14)
Language
German
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364 zurückgezogen, beit Rest seiner Lebenstage. Ein treuer Pfleger und (Genosse war ihm sein Sohn Jonathan bis an sein Lebensende. Einer stürmischen Herbstnacht war ein Regentag gefolgt, und wieder ' neigte sich der Tag zu Ende. Die Regenwolken zerteilten sich. Ein sternenheller Himmel wölbte sich über die Gegend. Alles in der Natur schien erschlafft zu sein. Auch in der Hütte herrschte lautlose Stille. Ein nur noch glimmendes Öllämpchen, dem Verlöschen nahe, erhellte ab und zu auslackernd, spärlich das düstere Gemach. In einer Ecke stand ein Bett, von woher schwere, kurze, schwache Atemzüge wahrgenommen wurden. Sie rührten von dem alten schwer erkrankten Vater her. An seiner Seite saß, von schwerer Sorge und banger Furcht gequält. Jonathan,, in Schmerz versunken ob des Verlustes, der ihm drohte. Da öffneten sich die Lippen des Schwerfranken, und mit schwacher, kaum vernehinbarer Stimme richtetete er an seinen Sohn Worte, welche er als seinen letzten Willen betrachtet wissen wollte. „Mein Sohn", so sprach er, „bald wird mein letztes Stündlein geschlagen haben. Viel und schweres Leid hat mich betroffen; doch ich habe alles gern ertragen als Prüfung Gottes. Meine Liebe zu Gott und mein Vertrauen ans den Allgütigen hat mich alle Zeit ausgerichtet und erhalten und in mir die Liebe zu den Menschen und zu allen Geschöpfen in der Natur rege erhalten. So \ bitte ich auch dich, sei stets fromm und gottergeben: sei liebevoll gegen Menschen und Tiere, und als Unterpfand dafür, daß du meinen letzten Willen achten wirst, schwöre mir, daß du nach nteinem Tode die Fische im Flusse, nahe unserer Hütte, täglich füttern wirst. Ich weiß, daß dir dies zum Segen einst gereichen wird." Jonathan gehorchte dem Vater und versprach, nach seinem Willen zu thun. Jonathan hielt aber mtch getreulich sein dem Vater gegebenes Versprechen. Noch ehe er an sich selbst dachte, seine Mahlzeiten zu bereiten oder Mahlzeit zu halten, ging er an den Fluß und warf den Fischen Nahrung ins Wasser. Da kamen die Fischlein groß und klein und schnappten nach den guten Bissen. Doch ein großer Fisch verdrängte die kleinen jedesmal und schnappte ihnen das Brot so zu sagen vor der Nase weg. Die fetten Bissen schienen dem großen Fische gut zn munden und auch wohl zu bekommen: denn nach kurzer Zeit war der Fisch mächtig groß geworden. Das erregte den Neid der übrigen Fische. Sie gingen zum Fürsten aller Fische, dem Levijatan und verlemndeten ihren Genossen. „Der eine Fisch," sagten sie, „wird von einen: Menschen täglich gefüttert, so daß er an körperlicher Größe dem Fürsten um ein Weniges nur nachsteht und sicher dir auch bald seine Würde streitig machen wird." „So! Suchet dann diesen Menschen vor meinen Thron zu bringen, ich werde ihm sein Vorhaben schon austreiben. Unterhöhlet Äie Stelle, welche der Mann täglich betritt, damit er einsinke, und

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