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Israelitischer Jugendfreund · 1898-01-01 · 22 (1898) · p. Seite 328

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitischer Jugendfreund
Volume
4 (1898)
Issue
22 (1898)
Date
1898-01-01
Page
Seite 328 (sequence 10)
Language
German
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3*28 gleich in Sichern. Der girrst der Stadt hatte einen Sohn. Dieser sah Jakobs Tochter Dura, die damals allerhöchstens 15 Jahre alt fein mochle, itnb verliebte sich dermaßen in sie. daß er sie entführte, aber gleich daraus sie von ihrem Vater sich zur Iran erbat. Als nun ihre Brüder vom Uelde heimtamerr und da* erfuhren, gerieten sie in gervaltigen v^orn über den Heiden, der sich mit ihnen, den Israeliten, so eigenmächtig und gewaltsam verschwägern rvollte. Sie gaben rnm scheinbar ihre Einwilligung unter der Bedingung, daß I-ürst rrnd Volk von Sichenr Israeliten würden. Das ver sprachen diese nicht nur, sondern hielten auch Wort. Aber am dritten Tage überfielen Jakobs Söhne mit ihren Knechten, unter Anführung von Simeon und Levi, die als die gewaltthätigsren unter Jakobs Söhnen genannt werden, die Stadt in hinterlistiger Weife, töteten alle Männer, befreiten ihre Schwester und führten alle grauen. Kinder und Herden als Beute fort. Als Jakob das erfuhr, war er sehr bestürzt. „Ihr habt mich in* Elend gebracht", rief er ans, „da ihr mich zum Abscheu macht bei den Einwohnern de* Landes: wenn sie sich znsammenrotten gegen mich und mich schlagen, so werde ich samt meinem Hanse ausgerottet". Aber auch die Roheit seiner Söhne entsetzte ihn, und noch anf feinem Totenbette machte er sie ihnen znm Borwurf. Auch sein ältester Sohn Rüben bereitete ihm Kummer, denn er zeigte sich roh imb nnehrerbietig gegen seinen Vater: wie denn alle Söhne Jakob*, außer Josef, in ihren jüngeren Jahren wenigstens, durch die Roheit und ihr liebloses Benehmen ihm das Leben verbitterten. Doch kehren wir zu Jakob zurück. Es ist begreiflich, daß es ihm nach der Gewaltthat seiner Söhne itt Sichen: unheimlich wurde. Er zog also, auf Gottes Geheiß, nach Bethel, um dort den bei feiner Ilucht nach Haran versprochenen Altar zu errichten. Da er und sein Haus sich mm mit ganzem Herzen Gott zuwandten, so beschirmte er sie auch, so daß bei ihrem Wegzüge niemand ihnen etwas zuleide that. Als er nun von Bethel weiter zog, nach Bethlehem, da traf ihn ein schweres Unglück. Seine Lieblingsfrau Rahel starb unterwegs, nachdem sie ihm den Benjamin geboren. Er mußte sie also unterwegs begrabet: und errichtete eine Denkfaule auf ihrem Grabe. Dieses wird noch heute 1/2 Stunde nördlich von Bethel gezeigt. Aber lvenn auch die Stelle richtig sein mag, das Grab selbst ist nicht alt, also auch nicht das der Rahel. «Schluß folgt. >

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